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SV Plüderhausen: Nach der Traumsaison die Play-Offs buchen
Um Haaresbreite gescheitert am Play-Off-Einzug war der Senkrechtstarter der Saison 2008/09 SV Plüderhausen, der nach sensationellen Leistungen ETTU-Pokal und Ligacup ins Remstal holen konnte und zu einer Art Kultklub des Jahres avancierte. Trotz des Abgangs von Leung Chu Yan, den es zu Aufsteiger Saarbrücken zog, und des Reservisten Zsolt Petö dürften die Schwaben erneut eine starke Truppe ins Rennen schicken, zumal mit Schwedens Ex-Weltmeister Jörgen Persson mehr als bloß ein Leung-Ersatz gefunden wurde.
Persson, trotz seiner 43 Jahre noch immer ein Ausnahmekönner, der Zuschauer anzieht, wird derzeit als Nummer 20 der Welt geführt. Der als Halbfinalist beste Europäer bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist nun schon zum dritten Mal ins Remstal gewechselt und will beweisen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Dass dies mitnichten der Fall ist, beweist auch seine Nominierung für den Erdteil-Vergleichskampf zwischen Europa und Asien, der vor einigen Tagen in China stattgefunden hat. Zudem wurde mit dem 19-jährigen Talent Paul Drinkhall vom Ligarivalen Jülich Großbritanniens Olympia-Hoffnungsträger für 2012 unter Vertrag genommen. Nach einem eher durchwachsenen Auftaktjahr in Gönnern erspielte der talentierte junge Brite in der letzten Saison bei den "Indeländern" immerhin bereits eine 6:8-Bilanz. 2009/10 könnte seine Saison werden.
Publikumsliebling "King Kara" mit dem leichten Bauchansatz, dem Faible für Coca Cola und der göttlichen Hand blieb den „Gelbhemden" ebenso treu wie der polnische Nationalspieler Jakub Kosowski. Sportkoordinator Ulrich Engele, freut sich, dass die beiden Leistungsträger ein weiteres Jahr Schwaben bleiben: "Aleksandar Karakasevic ist unsere absolute Konstante. 'Kara' startet nun schon im zehnten Jahr für 'seinen Club', wie er immer sagt. Und Kosowski hat bei uns so hervorragend eingeschlagen, dass wir froh sind, ihn weiter bei uns zu haben."
Zur Belohnung dürfen beide mit dem SVP diesmal sogar in der Königsklasse Europas antreten. Auch dank der vorzüglichen Weltranglistenplatzierung des neuen "alten Schweden" reichte es zum Einzug in die Beletage des europäischen Tischtennis, die diesmal besonders hochkarätig bestückt ist.
Der Sportkoordinator der Remstaler formuliert die Erwartungen beziehungsweise Hoffnungen des Managements: "Unser Saisonziel ist Platz vier. Ob dies zu erreichen ist, bleibt abzuwarten und ist auch davon abhängig, wie oft Jörgen Persson spielen wird. Unsere Stärken liegen, wie in der letzten Saison, darin, dass wir eine recht ausgeglichene Mannschaft haben, die für die Gegner schwer einzuschätzen ist. Schwächen verraten wir nicht."
Engele gibt auch eine generelle Einschätzung der Liga ab: "Meisterschaftskandidaten sind an erster Stelle Düsseldorf und Ochsenhausen. Play-Off-Kandidaten sind außerdem wir, Frickenhausen, Saarbrücken und Fulda. Unten wird es sicherlich für Hanau und Jülich eng werden."
Der Saisonauftakt am 30.08. beim SV Werder Bremen hat es in sich. Die Norddeutschen haben noch eine dicke Rechnung offen mit dem Team von Momcilo Bojic, zogen sie doch 2008/09 gleich dreimal knapp den kürzeren, unter anderem im Finale um den Ligacup vor 4.500 Zuschauern in Hannover.
Prognose: Plüderhausen ist national und international immer für einen Überraschungscoup gut und könnte 2009/10 die Hürde Play-Off-Einzug nehmen. In der Champions League wäre ein Viertelfinaleinzug bereits ein phänomenaler Erfolg. Dennoch muss man auf der Hut sein. Es wäre nicht das erste Mal im Profisport, dass ein Verein nach einer Traumsaison in ein unerklärliches Loch fiele - und ein solches könnte in der extrem ausgeglichenen DTTL zum Verhängnis werden. Sofern man sich nicht zu sicher fühlt, besteht aber nicht der geringste Anlass zu überzogenem Pessimismus. Der SVP-Kader braucht qualitativ den Ligavergleich jedenfalls nicht zu scheuen.