SV Werder BremenTTC indeland Jülich
TTC Zugbrücke GrenzauTTF LIEBHERR Ochsenhausen
TTC Müller Frickenhausen/WürzburgTG 1837 Hanau
TTC RhönSprudel Fulda Maberzell1. FC Saarbrücken
SV PlüderhausenBorussia Düsseldorf





















Foto: Zu allem entschlossen - Borussia Düsseldorf 2009/10, v.l. Timo Boll, Christian Süß, Seiya Kishikawa, Trinko Keen, Trainer Dirk Wagner.


Düsseldorfer "Bayern" hungrig nach weiteren Titeln

 

Rekordmeister und Titelverteidiger Borusssia Düsseldorf wird unter den Ligakonkurrenten fast einhellig als Titelaspirant Nummer eins gehandelt - lediglich der größte Rivale der letzten Saison aus Ochsenhausen sieht sich selbst etwa gleichauf mit der Boll-Truppe.

Das Gerüst der neuen Borussia besteht aus den bewährten Kräften: Topkönner Timo Boll, der kürzlich seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat, und sein Nationalmannschaftskollege und Lieblingsdoppelpartner Christian Süß werden die Stützen des erfolgsgewohnten Teams sein. Dass der Weltranglistenvierte eine vertraglich begrenzte Anzahl an Ligaspielen absolviert, ist nichts Neues - die Rheinländer verstehen es, damit umzugehen und die zur Verfügung stehenden Kräfte in jeder Saisonphase gezielt einzusetzen.

Für die Abgänge Dimitrij Ovtcharov (Charleroi) und Marcos Freitas (Jülich) rücken die aus Bremen gekommenen Seiya Kishikawa und Trinko Keen ins Team des FC Bayern des deutschen Tischtennissports. Zwar wird man künftig nicht mehr von "Borussia Deutschland" sprechen können, signifikant schwächer aufgestellt als in der zurückliegenden Saison scheint der Champions-League-Sieger jedoch nicht. Manche meinen allerdings, dass "Dimas" unbestreitbare Fähigkeit, in entscheidenden Spielen alles aus sich herauszuholen und "ansteckendes" Adrenalin in höchster Dosis zu produzieren, dem Düsseldorfer Erfolgsklub künftig fehlen könnte. Es gilt allerdings auch zu bedenken, dass Freitas ein „Seuchenjahr" durchlebte und die beiden Neuzugänge das Potenzial für eine ausgeglichene Ligabilanz aufweisen, Kishikawa vielleicht sogar mehr. Der 23. nationale Meistertitel ist alles andere als ein unrealistisches Ziel. Zudem sollte man auch in der Champions League wieder heißer Titelaspirant sein.

Manager Andreas Preuß sieht eine ungemein prickelnde Saison auf sich und seine Borussia zukommen: "Die Liga wird noch spannender, da ausgeglichener. Ochsenhausen, Frickenhausen, Fulda, Grenzau und vielleicht Saarbrücken sind die härtesten Konkurrenten. Möglicherweise werden wir in den Top-Spielen aufgrund des Weggangs von Ovtcharov ein wenig schwächer sein. Ich glaube trotzdem, dass wir in allen Wettbewerben eine gute Chance haben werden. Ich freue mich auf eine aufregende Saison."

Trainer Dirk Wagner beschreibt die Saisonziele der Borussia wie folgt: "1. Kampf um alle drei Titel und Gewinn mindestens eines Titels; 2. Entwicklung und Unterstützung unserer Spieler bei der Vorbereitung auf die internationalen Höhepunkte wie EM in Stuttgart oder Mannschafts-WM in Moskau; 3. Präsentation von Spitzensport niveauvoll organisiert und verpackt."

Die Stärken seiner Truppe skizziert der erfolgreiche Übungsleiter so: "Die individuelle Klasse unserer einzelnen Spieler ist unsere größte Stärke. Mit einem Boll in Normalform haben wir den Garanten für Titelkämpfe auf allen Ebenen, mit Süß und Kishikawa junge Leute, die den nächsten Schritt gemacht haben und Timo unterstützen können, mit Keen einen erfahrenen Mann, der im Ligaalltag jederzeit punkten kann. Zudem sind unsere Doppelkombinationen von außergewöhnlicher Qualität." Wagner verschweigt aber auch die vielleicht einzige Schwachstelle nicht: "Der enge Terminplan mit zu vielen Veranstaltungen und damit die Gefahr des Konzentrationsverlustes im DTTL-Alltag ist ein Problem für uns." Der sympathische, stets bescheidene Meistertrainer, der selbst gerne ein wenig im Hintergrund bleibt, fügt hinzu: "Ich denke, dass es in diesem Jahr keinen leichten Gegner gibt. Alle Teams sind stark und verlangen volle Konzentration." Optimistisch stimmt den Coach: "Wir haben gut gearbeitet." Dazu gehörte auch eine mehr oder weniger halsbrecherische Mountainbike-Einheit auf Düsseldorfs Höhen mit Spezialistin Natascha Binder vom Team Focus, die Wagner unlängst zusammen mit Christian Süß absolvierte. Die Düsseldorfer Profis sollen eben in allen Sätteln gerecht sein.

Auf eine Saisonprognose angesprochen, nennt der Borussen-Trainer Ross und Reiter: "Play-Off-Kandidaten sind Düsseldorf, Ochsenhausen, Frickenhausen, Saarbrücken, Bremen, Fulda, Grenzau und Plüderhausen, also acht von zehn Mannschaften. Eng wird es für Jülich und Hanau." Wagner fügt hinzu: "Ich sehe das Leistungsniveau so dicht beieinander, dass es sehr eng zugehen wird und sich erst ganz am Schluss die Rangfolge herauskristallisieren dürfte." In einem Punkt ist sich der 38-jährige Thüringer ganz sicher: "Meister wird die Mannschaft, die uns zweimal schlagen kann!"

Topstar Timo Boll spürt ein Kribbeln vor Saisonbeginn: "Ich habe über dreieinhalb Wochen Tischtennis-Pause gemacht. So lange, wie noch nie zuvor. So langsam wird es Zeit, dass die ersten Wettkämpfe beginnen. Immer nur zu trainieren ist auf Dauer langweilig. Daher sehne ich mich danach, wieder im Spiel an der Platte zu stehen. Und ich hoffe, dass ich in einer ordentlichen Form bin. Ich freue mich richtig auf den Saisonbeginn in der DTTL."

Mit Spannung wird das Auftaktmatch am 29. August im Burg-Wächter Castello gegen Aufsteiger 1.FC Saarbrücken erwartet. Vor vermutlich mehr als 3.000 Zuschauern - die „Nachwuchs-Bolls" der andro Kids Open werden den ersten Saisonauftritt ihrer großen Idole live miterleben - dürfte die Partie gegen den stark besetzten Liganeuling einen ersten Fingerzeig geben, ob die Borussia in der neuen Saison ebenso dominant auftreten kann wie 2008/09.




























Foto unten: Meisterfoto 2008/09. Wird man den Rekordchampion auch diesmal wieder ganz oben auf dem Podest vorfinden?
Fotos: Teamfoto Düsseldorf: Verein; Siegerfoto Düsseldorf 2008/09: Roscher.
Text: Dr. Stephan Roscher (DTTL-Mediendienst)