SV PlüderhausenBorussia Düsseldorf
Herne Tischtennis Club RuhrstadtTG 1837 Hanau
SV Werder BremenTSV Gräfelfing
TTC RhönSprudel Fulda Maberzell1. FC Saarbrücken
TTC Zugbrücke GrenzauTTF LIEBHERR Ochsenhausen
40 Jahre Bundesliga 1. Dekade - 1966/1967 bis 1975/1976 2. Dekade - 1976/1977 bis 1985/1986 3. Dekade - 1986/1987 bis 1995/1996 4. Dekade - 1996/1997 bis 2005/2006 Tischtennis-Bundesliga – quo vadis? Ewige Tabelle Alle Meistermannschaften

Jubiläumssaison der Eliteliga in einem bemerkenswerten Tischtennisjahr

Die 1. Bundesliga der Herren befindet sich gerade in der heißen Phase ihrer 40. Saison. Außergewöhnliche Spielerpersönlichkeiten von internationalem Rang wie Eberhard Schöler, Hans Wilhelm Gäb, Wilfried Lieck, Ralf Wosik, Desmond Douglas, Peter Stellwag, Engelbert Hüging, Georg Böhm, Stellan Bengtsson, Jan-Ove Waldner, Jörg Rosskopf, „Speedy“ Fetzner oder Timo Boll haben dieser deutschen Elitespielklasse in vier Jahrzehnten ihren Stempel aufgedrückt und dafür gesorgt, dass sie zur stärksten Tischtennisliga der Welt werden konnte.

Nicht immer hat die Bundesliga in der Öffentlichkeit und in den Medien die Beachtung erfahren, die ihr aufgrund ihres hohen Niveaus, ihrer Spannung und ihrer Attraktivität für Zuschauer eigentlich zustünde. Nun fällt freilich, was man als glückliche Fügung ansehen darf, das Jubiläum des Tischtennis-Oberhauses mit einem der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Tischtennisgeschichte überhaupt zusammen, nämlich der LIEBHERR Tischtennis Mannschafts-Weltmeisterschaft 2006 in Bremen. Diese WM wird Besucherrekorde erbringen und dem Tischtennissport viele neue Interessenten erschließen. Es könnte ein Tischtennisboom in Deutschland entstehen, der wiederum Rückwirkungen auf die Bundesliga zeitigen würde, etwa in Hinblick auf Besucherzahlen, aber auch auf Sponsoren und Medienpräsenz. Viele der den riesigen Bremer AWD-Dome vom 24. April bis 1. Mai restlos füllenden sportbegeisterten Menschen werden sich fragen, wo man denn die Weltklassespieler noch bewundern kann, deren virtuoser Umgang mit dem magischen Zelluloidball so faszinierend anzuschauen ist. Und die Antwort auf diese Frage ist entwaffnend einfach: in der deutschen Bundesliga kann man Weltklassespieler zuhauf bewundern und kaum ein Akteur unter den TOP 50 der Welt hat nicht zumindest schon mit dem Gedanken gespielt, hier seine sportlichen Zelte aufzuschlagen. Viele Ausnahmespieler haben es bereits getan und nicht bereut. Wie stark die Bundesliga ist, zeigt auch der Umstand, dass ein Bundesligist, der TTV RE-BAU Gönnern, Sieger der hochkarätig besetzten Europäischen Champions League 2005 wurde und aktuell bereits wieder im Semifinale der kontinentalen Königsklasse steht, ohne bislang in der Bundesliga zu Meisterehren gekommen zu sein.

Sport zum Anfassen

Torben Wosik als jüngster und Wielfried Lieck als altester Bundesliga-Spieler in einer SaisonUnd das schönste: es ist „Sport zum Anfassen“ geblieben, nicht elitär und weit entrückt. Trotz aller Klasse und Professionalität ist der Bundesligazuschauer eben immer noch „mittendrin statt nur dabei“, was etwa der Fußballsport bei aller Attraktivität im WM-Jahr nicht bieten kann. Weltklassetischtennis der Boll, Rosskopf, Waldner, Ma Wenge, Korbel, Süß, Steger, Fejer-Konnerth, Hielscher und Co. genießen und danach einen entspannten Plausch mit Profispielern, Trainern und Managern führen – das gibt es tatsächlich noch in der Tischtennis-Bundesliga des Jahres 2006.

So gesehen ist sich diese Liga in vier Jahrzehnten – ungeachtet der aus heutiger Sicht eher bescheidenen Anfänge – selbst treu geblieben und hat ihren außergewöhnlich publikumsnahen Charakter bewahrt, auch im Zeichen von Professionalisierung, Kommerzialisierung und der neuen Darstellungsmöglichkeiten wie Live-Ticker oder Internet-Livestream.

Wenn einige Wochen vor dem Startschuß zur ersten Bundesligasaison 1966/67 der Sportwart Rudi Gruber im Magazin „Deutscher Tischtennissport“ forderte, dass „kommerzielle Einflüsse von der Bundesliga ferngehalten werden“ müssten, schmunzeln wir heute darüber, wohl wissend, dass unser faszinierender Sport mit der Zeit gegangen ist und ohne Profispieler, Sponsoring und innovative Vermarktungsformen gar nicht konkurrenzfähig wäre. Umso mehr ist hervorzuheben, dass es trotz allem gelang, dem Bundesligatischtennis eine ganz besondere, gleichsam familiäre Note zu bewahren. Da hat sich gar nicht so viel geändert, ob man nun im Jahr 1966 der Partie Moltkeplatz Essen gegen TuSa Düsseldorf beiwohnte oder im Jahr 2006 dem „Kracher“ Müller Würzburger Hofbräu gegen TTC Frickenhausen. Der Bundesligazuschauer muss sich auch nach 40 Jahren des Bestehens der deutschen Eliteliga nicht als zahlender Fremdkörper fühlen, sondern spürt förmlich, dass er als unverzichtbarer Teil des Geschehens fungiert und als solcher ausdrücklich erwünscht ist. Auch wenn heute in modernen, freundlichen Hallen um Bundesligazähler gefightet wird, ja teilweise in mächtigen Sportarenen vor bis zu 4.000 Zuschauern, bleibt dieser Sport auch in seiner absoluten Spitze volkstümlich und publikumsnah. Erfolge, Hoffnungen, Träume, Visionen, Triumphe, Illusionen, Enttäuschungen und Sensationen in rasanter Abfolge im schnellsten Rückschlag- und Reaktionssport der Welt – das ist es, was Bundesligatischtennis so ungemein attraktiv und faszinierend macht. Alle graue Theorie ist spätestens dann null und nichtig, wenn in der Verlängerung eines Entscheidungssatzes ein Außenseiter im „Adrenalinrausch“ über sich hinauswächst und sein eigentlich favorisierter Kontrahent vor Nervosität plötzlich beim Aufschlag das Zittern der eigenen Hand spürt. Solches in vorderster Reihe mitzuerleben, wird stets ein besonderes Erlebnis sein. Das ist Bundesliga pur und ungefiltert und es ist lohnend, sich mit ihr in Gegenwart und Geschichte zu befassen.

Authentisches Bildmaterial vom Phänomen Tischtennis-Bundesliga

Auch im Sport sollten wir nämlich unsere Wurzeln und Ursprünge kennen, um die Zukunft besser und effizienter gestalten zu können. In diesem Bewusstsein war es dem Ligaausschuss der Tischtennis-Bundesliga ein Bedürfnis, diese Festschrift zu initiieren. Dabei wurde es von Anfang an als eminent wichtig angesehen, ein optisch ansprechendes Werk zu präsentieren, das ebenso lebendig sein soll wie der großartige Sport, den es repräsentiert. Authentisches Bildmaterial, auch aus den fotografisch noch unzureichend dokumentierten Anfangsjahren, soll die Faszination des Tischtennissports und des Phänomens Bundesliga veranschaulichen. Zeitzeugen, Macher und Gestalter kommen zu Wort und bereichern die knappen, präzisen Erläuterungstexte zu unserer in vier große Dekaden unterteilten Bundesligageschichte auch mit Geschichten und persönlichen Erlebnissen.

Konzentrierter hochklassiger Tischtennis-Sport

Wir wünschen uns, dass viele Menschen von der Gelegenheit Gebrauch machen werden, dieses thematisch bislang einzigartige Werk zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu erwerben. Ferner wünschen wir uns, dass wir in Wort und Bild die Botschaft glaubhaft herüberbringen können, dass die Tischtennis-Bundesliga nicht irgendeine Liga unter vielen ist, sondern die konzentrierte Form hochklassigen, dramatischen Tischtennissports auf Weltniveau und somit die logische Fortsetzung dessen, was rund 50.000 WM-Besucher in Bremen erleben werden. Die unmittelbar bevorstehenden Play-Offs um die Titelvergabe 2005/06 wären ein trefflicher Einstieg für diejenigen Tischtennisfreunde, die bislang noch nicht von dem Fieber infiziert waren, das uns „Macher“ dieser Jubiläumsschrift regelmäßig dann befällt, wenn die Liga ins Ziel einläuft und es um alles oder nichts geht. Wir hoffen, mit diesem Buch einen letzten Motivationskick liefern zu können, da wir wissen, dass es sich lohnt, hautnah dabei zu sein und die Live-Atmosphäre auf sich einwirken zu lassen. Nicht ohne Stolz darf man auf die ersten vier Jahrzehnte der nationalen Eliteliga zurückblicken und hoffen, dass sich in den kommenden vierzig Jahren diese Erfolgsstory fortsetzt und – in Einklang mit den faszinierenden neuen Möglichkeiten der Präsentation und Berichterstattung – weitere Steigerungen und Highlights erfährt. Wir jedenfalls rechnen fest damit.