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SV PlüderhausenBorussia Düsseldorf

DTTL am Sonntag: Auswärtssiege für Grenzau, Saarbrücken und Düsseldorf

Foto: Saarbrückens Bojan Tokic wusste in Hanau beim 3:1-Sieg gegen Ruwen Filus zu überzeugen.
 
 
TTF LIEBHERR Ochsenhausen - TTC Zugbrücke Grenzau 1:3
 
Diese Saison ist von einem ständigen Auf und Ab bei den Ochsenhausenern gekennzeichnet, die - zumindest mit den letzten beiden Auftritten in der Liga - ganz und gar nicht zufrieden sein können. Von der Weltklassevorstellung bei den Niederösterreichern am Freitagabend war heute nicht mehr viel zu spüren. Ersatzspieler Kenji Matsudaira - normalerweise Grenzaus Topmann in der "Zweiten" - besiegte überraschend zu Beginn einen müden Chuang Chih-Yuan 3:0 und demonstrierte, dass er derzeit kaum schwächer als sein jüngerer und berühmterer Bruder ist. Doch die Oberschwaben wollten sich nach dem grandiosen Champions-League-Auftritt am Freitagabend in Wien keine Blöße geben und schlugen zunächst einmal zurück: Adrian Crisan bezwang Lucjan Blaszczyk in vier Sätzen zum 1:1. Doch die aufkommende Hoffnung blieb von kurzer Dauer. Nach der Pause sahen die 500 Fans nämlich einen sehr starken Auftritt des Weltranglisteneinunddreißigsten Patrick Baum, der Tiago Apolonia mit 11:7, 11:4, 12:14 und 11:9 abfertigte. Lucjan Blaszczyk konnte nachlegen und den Erfolg der Westerwälder durch einen Fünfsatzsieg über den glücklosen Chuang Chih-Yuan besiegeln. Grenzau, für das die Vorrunde noch nicht beendet ist - am 3. Januar gastiert noch die TG Hanau in der Zugbrückenhalle - hat mit diesem Sieg Tabellenplatz drei untermauert. Die Oberschwaben sind dagegen nach drei Liga-Niederlagen in Folge mit nunmehr 8:10 Zählern auf einen - gemessen an ihrem Potenzial, ihren Möglichkeiten und den großartigen Auftritten in der Königsklasse - indiskutablen sechsten Rang zurückgefallen.
 
TTF-Trainer Anders Johansson versuchte, eine Erklärung zu finden: „Chuang hat heute keinen Zugang zu sich selbst gefunden, physisch wie mental, warum weiß ich noch nicht so genau. Jetzt wird es eine ganz harte Rückrunde. Es kann eng werden mit der Qualifikation für die Play-Offs.“ „Das war ein unheimlich wichtiger Sieg, gerade nach den zwei 2:3 Niederlagen zuletzt in der Liga", meinte Gästecoach Michele Comparato, für dessen Team sich der Süddeutschland-Trip bei zwei richtungsweisenden Siegen innerhalb von zwei Tagen absolut gelohnt hat. Cheftrainer und Sportmanager Wieland Speer zog ein kurzes Zwischenfazit: "Grenzau geht als Tabellendritter der DTTL und Viertelfinalist im ETTU-Cup in die Weihnachtszeit und kann damit sportlich sehr zufrieden sein. Gleich zu Beginn des neuen Jahrzehnts steht dann die Begegnung gegen die TG Hanau am 3. Januar in der Zugbrückenhalle an und das Topspiel gegen den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf am 31. Januar in der Sporthalle Oberwerth in Koblenz wirft bereits große Schatten voraus.“
 
Ergebnisse Ochsenhausen-Grenzau
 
 
TG 1837 Hanau - 1. FC Saarbrücken 0:3
 
Nach dem grandiosen ETTU-Cup-Sieg vom Freitag in Moskau hing der Himmel für die jungen Hanauer voller Geigen. Doch ein starker, zielstrebiger 1. FC Saarbrücken, der den einmal erklommenen Play-Off-Rang um keinen Preis gefährden wollte, holte die TGH-Gipfelstürmer unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück. Zur Pause lag der Tabellenneunte im Duell der Liganeulinge bereits mit 0:2 hinten. Vor 750 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle unterlag Taiwan-Rückkehrer Chiang Hung-Chieh, der heute nicht ganz so stark spielte wie üblich, im ersten Einzel dem Kroaten Andrej Gacina 1:3. Auch Ruwen Filus musste sich seinem Saarbrücker Kontrahenten geschlagen geben. Gegen Bojan Tokic gab es ebenfalls eine 1:3-Niederlage des am Freitag in Moskau noch so überragenden Defensivspielers. Tokic spielte allerdings auch sehr konsequent und taktisch versiert und ließ den EM-Viertelfinalisten von Stuttgart gar nicht in sein Spiel hineinfinden. Ein guter Steffen Mangel, der allerdings ebenfalls das Niveau seines Auftritts von Moskau nicht erreichen konnte, musste anschließend einem engagiert aufspielenden, siegeshungrigen Leung Chu Yan zum Sieg gratulieren. Allerdings verlor der 1,97 Meter große Siegerländer die Sätze zwei und drei in der Verlängerung und war beim 11:7, 11:13, 13:15 und 4:11 nicht weit von einem Erfolg entfernt. Unter dem Strich geht der Sieg der Saarländer aber auch in dieser Höhe in Ordnung, die an diesem Tag im Stile einer Spitzenmannschaft auftraten. Die junge TGH-Truppe konnte diesmal nicht annähernd das Niveau abrufen, auf dem ihr "Nesthäkchen" Patrick Franziska in diesen Tagen bei der Jugend-WM in Cartagena für Furore sorgt. Saarbrücken bleibt auf Rang vier, Hanau Neunter. Im Fall einer Niederlage der Hessen im letzten Vorrundenspiel am 3. Januar 2010 in Grenzau würden diese allerdings die rote Laterne von den punktgleichen Jülichern übernehmen.
 
Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf betrachtete diesmal das Geschehen von der Bank aus. Helmut Hampl zeigte sich konsequent: „Steffen Mengel hat in Moskau sehr stark gespielt und sollte deshalb mit einem Einsatz in der Liga belohnt werden. Rossi war zuletzt nicht so gut drauf und hatte auch noch leichte Probleme an der Hüfte.“ Hampl wollte seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen: „Das ist ganz normal bei jungen Spielern, dass sie nicht so konstant spielen. In der Liga haben sie auch mehr Druck als im ETTU-Cup. Außerdem war Saarbrücken heute ein wirklich starker Gegner.“ Jörg Roßkopf räumte ein: „Saarbrücken war heute einfach zu stark für uns. Wir haben von Anfang an mit einem Zweikampf hinten mit Jülich gerechnet und so scheint es auch zu kommen.“ Saarbrückens Coach Matthias Landfried lobte seine Truppe nach der Partie: „Wir sind sehr gut vorbereitet in das Spiel gegangen und wussten, dass man nicht mal eben schnell nach Hanau fährt, um die Hanauer wegzuschießen. Unsere Spieler haben sehr konzentriert gespielt. In dieser ausgeglichenen Liga spielt man automatisch um die Play-Offs mit, wenn man die Abstiegszone verlässt.“ Bojan Tokic bestätigte das: „Es war eine gute Leistung von uns heute. Ursprünglich war nur der Klassenerhalt unser Ziel, jetzt wollen wir mehr und in die Play-Offs kommen.“ Der Hanauer Thomas Keinath, derzeit in Diensten des französische Champions-Ligisten Angers, verfolgte die Partie als mehr oder weniger neutraler Beobachter und konnte ihr Einiges abgewinnen: „Es war ein interessantes Spiel mit sehr starken Saarbrückern. Aber auch die jungen Hanauer haben mir imponiert, weil sie sich nach Rückständen immer wieder zurück ins Match gekämpft haben.“
 
Ergebnisse Hanau-Saarbrücken
 
 
SV Plüderhausen - Borussia Düsseldorf 0:3
 
Eine unerwartet deutliche Angelegenheit wurde das Gastspiel des Rekordchampions und Herbstmeisters aus Düsseldorf beim letzte Saison so erfolgreichen SV Plüderhausen auch ohne den geschonten Weltranglistenvierten Timo Boll. Die hoch konzentrierten Rheinländer gaben sich nicht die geringste Blöße und machten erstaunlich schnell deutlich, wer an diesem Sonntagnachmittag vor 460 Zuschauern in der Hohberg-Sporthalle Chef im Ring war. Zur Pause führte man 2:0 durch Seiya Kishikawas letztlich ungefährdetes 3:1 über den 21 Jahre älteren Ex-Weltmeister Jörgen Persson und das anschließende 3:0 eines bärenstarken Christian Süß gegen Aleksandar Karakasevic (13:11, 11:7, 11:5). Dazu Borussia-Trainer Dirk Wagner: "Krille hat Karakasevic ab dem zweiten Satz sicher im Griff gehabt und überhaupt keinen Zweifel an seinem Sieg aufkommen lassen." 
 
Wer auf ein Aufbäumen der "Gelbhemden" aus dem Remstal nach dem Pausentee spekuliert hatte, wurde enttäuscht. Zu stark präsentierten sich die Borussen, bei denen auch Trinko Keen - am Freitagabend in Münster erstmals in der laufenden Saison für Düsseldorf erfolgreich - gut in die Gänge kam. Gegen den 19-jährigen Engländer Paul Drinkhall, der für den verletzten Jakub Kosowski ins Team gerückt war, ließ Keen beim 12:10, 11:5, 7:11, 11:9 im zweiten "Match der Generationen" dieses Tages nichts anbrennen. Der erste Sieg des 1,91 Meter großen Niederländers in der DTTL 2009/10 bedeutete gleichzeitig das 3:0 für eine überlegene Düsseldorfer Borussia, die die Vorrunde mit 16:2 Zählern abschloss und in neun Partien achtmal den Tisch als Sieger verlassen hat.
 
Düsseldorfs Trainer Dirk Wagner war nach der Begegnung bester Dinge: "Das war noch einmal eine klasse Vorstellung unserer Mannschaft. Die Form hat bei allen gestimmt, die Einstellung war hervorragend. Das hat mir heute am meisten imponiert." Das Fazit von Nationalspieler Christian Süß fiel so aus: "Wir wollten die Vorrunde mit einem Sieg beenden. Das ist uns gelungen. Jetzt können wir uns auf ein entspanntes Weihnachtsfest freuen, bevor wir am 27. Dezember den Pokal gewinnen wollen." 
 
Ergebnisse Plüderhausen-Düsseldorf
 
 
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Foto)
 
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