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3:2 gegen Plüderhausen: Saarbrücken triumphiert im Montagskrimi

1. FC Saarbrücken - SV Plüderhausen 3:2
 
1:1 stand es vor 450 Zuschauern in der Joachim-Deckarm-Halle zwischen dem Sechsten und dem Siebten der Tabelle zur Pause. Saarbrücken war durch einen überzeugenden Leung Chu Yan (Foto) in Führung gegangen, der den sonst so starken Jakub Kosowski nahezu deklassierte (11:3, 11:9, 11:2). Doch Tischtennis-Ikone Jörgen Persson behielt im dramatischen zweiten Match des Abends die Nerven und behauptete sich ganz knapp gegen Bojan Tokic (11:9, 11:8, 6:11, 11:13, 13:11) zum Pausenstand von 1:1.
 
Dann der spektakuläre Auftritt des in Plüderhausen vergötterten "King Kara": Aleksandar Karakasevic spielte gegen Andrej Gacina wie vom anderen Stern, so als wollte er in einem einzigen Match seine Flaute des ersten Saisondrittels komplett vergessen machen. Beim 11:6, 11:1 und 15:13 ließ der Serbe mit dem "goldenen Händchen" den Kroaten im 1.FCS-Dress nur im dritten Satz kurz von einer möglichen Wende träumen. Danach war wieder "Leung-Time": Allerdings musste der Honkong-Chinese sämtliche Kräfte mobilisieren, um sich auch gegen Ex-Weltmeister Persson durchzusetzen (11:6, 5:11, 14:12, 9:11, 12:10). Die Halle tobte und die Fans hatten einen neuen Helden.
 
Doch es ging weiter, alles war noch möglich in der unglaublich spannenden Partie, über deren Ausgang das Doppel entscheiden musste. Und dort sah es zunächst richtig gut aus für die Gäste-Kombination Karakasevic/Kosowski, die ihre Kontrahenten Gacina/Tokic in den ersten beiden Sätzen beherrschten (11:6, 11:9). Doch die Saarbrücker dachten gar nicht ans Resignieren und schafften mit 11:7 und 12:10 den Satzausgleich. Im fünften Durchgang schien wieder alles nach Maß für den SVP zu laufen. Mit 5:1 lag das Schwaben-Duo beim Seitenwechsel vorne, um sich keine fünf Minuten später urplötzlich mit 6:9 im Hintertreffen zu befinden. Doch die fast schon brutal aufregende Dramaturgie war längst noch nicht am Ende: "Kara" und Kosowski schafften es in die Verlängerung des Entscheidungsdurchgangs, wo sie schließlich mit 11:13 das Nachsehen hatten. Feierlaune bei den Saarländern und ihren begeisterten Fans, hängende Köpfe bei den unglücklichen Württembergern!
 
Würde es noch Unentschieden geben, wäre ein Punkt für jedes Team sicher das gerechteste Resultat gewesen. So aber musste es einen Sieger geben. Den vorbildlich kämpfenden Saarbrückern war das "Glück des Tüchtigen" am Ende hold, während die geknickten Schwaben mit leeren Händen dastanden nach einer unglaublich intensiven Partie, die fraglos eine Werbung für die DTTL war. Mehr Spannung bei hohem spielerischen Niveau kann man einem Tischtennispublikum einfach nicht bieten.
 
Saarbrücken stieß durch den Sieg auf Tabellenrang vier vor, verdrängte damit die punktgleiche „Schwaben-Fraktion“ aus Ochsenhausen und Frickenhausen und sitzt nun Grenzau im Nacken. Der SVP bleibt Siebter. Am kommenden Sonntag haben Karakasevic & Co. zu Hause keinen Geringeren als Ligaprimus Düsseldorf vor der Brust, während die Saarbrücker Aufgabe bei „Seiteneinsteiger“ Hanau als leichter lösbar erscheint.
 
Auch an den Vertretern der beteiligten Klubs waren die dramatischen 190 Minuten in der Joachim-Deckarm-Halle nicht spurlos vorbeigegangen. Noch am Dienstagvormittag standen 1.FCS-Coach Matthias Landfried und SVP-Sportkoordinator unter dem Eindruck des aufwühlenden Matchs vom Vorabend, deren Statements wir nachfolgend ungekürzt wiedergeben.
 
Matthias Landfried: "Ein unglaubliches Spiel! Wir hatten im Aufstellungspoker genau die gewünschte Aufstellung getroffen. Wir gingen davon aus, dass Leung gegen Kosowski punktet und dass Tokic gegen Persson gute Chancen hat und sich Gacina gegen Karakasevic durchsetzen wird und wir damit schlechtestenfalls 2:1 führen und dann entweder im Spitzeneinzel oder im Schlussdoppel die Chance haben würden, den Sack zuzumachen. Die Rechnung ging auch fast auf. Fast ... Im Einzel hat uns Karakasevic einen Strich durch die Rechnung gemacht, der einfach unglaublich spielte und einen fassungslosen Gacina überrollte. Fast wäre ‚Kara‘ das auch im Doppel gelungen, der auch hier wieder aus allen Lagen getroffen hat. Zum Glück gaben unsere Jungs niemals auf und behielten die Nerven. Ich bin sehr stolz auf mein Team, denn es ist keine Kunst, an Tagen zu gewinnen, an denen einem alles gelingt. Aber an Tagen an denen es einfach nicht so läuft, wie bei Tokic und Gacina gestern, die beide im Einzel mit sich selber sehr unzufrieden waren, da Moral zu zeigen, zu kämpfen und den nötigen Willen zu haben, einen Arbeitssieg einzufahren, davor muss man den Hut ziehen. Ein Sonderlob hat auch wieder das tolle Publikum in Saarbrücken verdient, das unser Team mit großer Unterstützung zum Sieg getragen hat! Und nicht vergessen will ich auch unsere Nr. 4, Jiri Vrablik, ein echter Teamplayer, der kürzlich bei den Polish Open grandios gespielt hat und gestern eine wichtige Stütze von der Bank aus war.“
 
Ulrich Engele: "Wieder einmal hatten wir - wie fast üblich - das Glück nicht gerade auf unserer Seite. Andererseits hatten wir auch genügend Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden, schließlich hatten sowohl Jörgen Persson gegen Leung als auch das Doppel, das zwischenzeitlich klar führte und die Gegner teilweise klar beherrschte, jeweils Matchbälle, die sie aber nicht verwandeln konnten. Das Niveau des Spiels war aber phantastisch  - schade, dass das Ergebnis nicht zu unseren Gunsten lautete!“
 
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Foto)
 
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