Ring frei für den Kampf um die letzten Final-Four-Plätze
Foto: Fuldas Spielertrainer Qingyu Meng, der hier Robert Svensson berät, ist auch am Tisch nicht zu unterschätzen und gilt als vorzüglicher Doppelspieler.
Donnerstag, 19:30 Uhr: SV Plüderhausen – 1. FC Saarbrücken
Die Schwaben sind nach der begeisternden Saison 2008/09 noch nicht so recht in der aktuellen Spielzeit angekommen. Gegenwärtig Platz 7 und ein schwächelnder Aleksandar Karakasevic sind nicht das, was man sich erhofft hat. Auch in der Champions League konnte bislang erst einmal gewonnen werden, Chancen auf den Viertelfinaleinzug bestehen dort aber noch. Zu gerne würden die lebenslustigen Remstaler auch in der Westfalenhalle jenen knallgelben „Budenzauber“ veranstalten, der das Pokalhighlight in der TUI-Arena in Hannover so belebt hat. Gegner Saarbrücken hat als Aufsteiger gleich Duftmarken in Europas stärkster Liga gesetzt und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man mit Tokic, Gacina und dem Ex-Plüderhausener Leung jedem Gegner gefährlich werden kann. Das Match um den Final-Four-Einzug darf als völlig offen gelten.
Ulrich Engele lässt keinen Zweifel, dass die Schwaben nach Dortmund wollen, wenngleich er für ein mögliches Halbfinale nicht allzu optimistisch ist: „Natürlich wollen wir gerne wieder ins Final Four als Pokalverteidiger, auch wenn wir dann gleich gegen Düsseldorf kommen würden und sicherlich nicht ein zweites Mal Pokalgeschichte schreiben würden, das wäre sehr unwahrscheinlich.“ Der Sportkoordinator des SVP macht sich keine Illusionen hinsichtlich der Qualitäten des Gegners und setzt auf Understatement: „Dass die Aufgabe gegen Saarbrücken sehr schwer ist, wissen wir, denn mit Leung, Tokic und Gacina haben sie ja eine Bombentruppe beieinander, die wir wohl kaum bezwingen können.“ Natürlich will man dennoch gewinnen: „Wir werden die Flinte nicht vorher schon ins Korn werfen, sondern unser Team wird, voraussichtlich in Bestbesetzung, alles versuchen, um am 27.12. in der riesigen Westfalenhalle in Dortmund dabei zu sein. Auf jeden Fall wird den Tischtennisfreunden in der Hohberg-Sporthalle wohl wieder ein spannendes Match geboten werden, die sich ganz sicher auch auf ein Wiedersehen mit dem bei uns sehr beliebten Leung Chu Yan freuen.“
Matthias Landfried ist tendenziell optimistisch: „Wir haben die große Chance, uns mit einem Sieg für das Final Four zu qualifizieren. Plüderhausen ist Titelverteidiger und wird mit Sicherheit bis in die Haarspitzen motiviert sein, erneut das Final Four zu erreichen. Wer unsere Spiele bisher gesehen hat, der weiß, dass wir immer heiß und angriffslustig sind und um jeden Ball kämpfen, aus diesem Grund wird es ein heißer Tanz werden.“ Der 1.FCS-Coach hadert ein wenig mit der Terminansetzung: „Ich werde leider ausnahmsweise nicht bei der Mannschaft sein können, denn das Pokalspiel wurde notgedrungen auf diesen Tag verlegt, der eigentlich durch die ITTF Pro Tour in Russland belegt war, wo ich als Trainer für die slowakische Nationalmannschaft gewesen wäre. Die Russian Open wurden zwar abgesagt, aber ich wurde für einen zweitägigen Lehrgang in St. Petersburg als Trainer gebucht und konnte das nicht mehr absagen.“ Dennoch denkt Landfried positiv: „Unsere Mannschaft ist erfahren genug und wird sicherlich auch ohne mich in Plüderhausen die Nerven behalten und für den Final-Four-Einzug kämpfen. Ich werde in Russland auf dem Laufenden gehalten und mitfiebern.“
Donnerstag, 19:30 Uhr: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Frickenhausen
Vor der Saison hätte man es wohl als Aufeinandertreffen zweier Play-Off-Kandidaten mit leichter Tendenz zugunsten Frickenhausens eingeschätzt. Jetzt sind die Schwaben, bei denen in der Liga noch nicht allzu viel zusammenlief (4:8 Punkte) fast schon klarer Außenseiter, während der derzeitige Düsseldorf-Verfolger Nummer eins aus der Rhön einen Lauf hat (10:2 Zähler) und seit Wochen auf die konstant starken Wang Xi und Robert Svensson bauen kann. Nur beim prominentesten Fuldaer, Schweden-Oldie Jan-Ove Waldner, ist Sand im Getriebe. „Waldi“ darf sich diesmal freilich schonen und in der Heimat auf die kommenden schweren Aufgaben in DTTL und ETTU-Cup vorbereiten. Für ihn wird Spielertrainer Qingyu Meng (Foto) einspringen. Somit werden die Osthessen im Cup-Viertelfinale zwei Links- und nur einen Rechtshänder (Wang Xi) aufbieten. Bei der Steger-Truppe ist es wie verhext: Alle Mann sind seit Wochen eigentlich fit, doch es läuft nicht rund. Megatalent Kenta Matsudaira verliert derzeit die knappen Spiele, die er letzte Saison noch zu seinen Gunsten entschied, und Tan Rui Wu ist längst noch nicht wieder auf dem Level wie vor seiner Verletzung, vor allem mental. Nichtsdestoweniger ist das Team aus dem Neuffener Tal natürlich stark genug, an einem guten Tag von mindestens zwei Akteuren die Osthessen kalt zu erwischen, so dass sich Prognosen nahezu verbieten.
Fuldas Vereinsboss Stefan Frauenholz unterstreicht: „Das Pokalviertelfinale ist schon wichtig für uns, wir wollen gerne mal das Final Four erreichen, was wir bisher nicht geschafft haben.“ Die Kräfteverhältnisse schätzt Frauenholz so ein: „Aufgrund der Tabellensituation sind wir natürlich Favorit, aber im Pokal ist alles möglich. Wenn Frickenhausens Spieler wieder gesund sind, ist es ein sehr gefährlicher Gegner. Die Chancen stehen meines Erachtens 50:50.“ Vizepräsident Claus-Dieter Schad ist grundsätzlich optimistisch: „Wir wollen die Fahrkarte nach Dortmund lösen. Fulda war noch nie im Final Four, das Spiel hat für uns deshalb schon einen hohen Stellenwert, auch wenn die Welt nicht untergeht, wenn es nicht klappen sollte. Wir gehen sehr zuversichtlich in das Spiel und wollen vor heimischer Kulisse Frickenhausen bezwingen.“
Gäste-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann hofft auf einen Sieg: „Wir hatten jetzt Zeit, uns auf dieses wichtige Match vorzubereiten. Ich hoffe, dass in dieser Partie der Knoten platzt und der Trend in die andere Richtung geht. Mit einem Sieg in Fulda wäre man für das Final Four qualifiziert und könnte sich auch das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Begegnungen holen.“ Zuversichtlich zeigt sich auch Manager Jürgen „Max“ Veith: „Tan Rui Wu zeigte im Training eine deutliche Leistungssteigerung. Ich hoffe dass auch Kenta Matsudaira seine Auslandseinsätze gut wegstecken kann und wieder die Leistung bringt, die man von ihm aus der vorigen Runde gewohnt ist. Wenn alle Spieler ihre Leistung bringen und nicht der ganze Druck auf den Schultern von Bastian Steger lastet, wird sich die Mannschaft mit einem Sieg in Fulda für das Final-Four qualifizieren.“
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Foto)