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Zugpferd Düsseldorf will nach Dortmund galoppieren

Dienstag, 19:30 Uhr: SV Werder Bremen - Borussia Düsseldorf
 
Der Ligaprimus beim Schlusslicht: Auf dem Papier könnte die Aufgabe für Boll, Süß & Co. nicht leichter sein. Doch Papier ist geduldig und die einzige Wahrheit spielt sich am Tisch ab - und da sah es in der Vergangenheit nicht immer so gut aus, wenn sich der Rekordmeister mit Werder Bremen zu messen hatte. Letzte Saison gab es nicht nur eine 0:3-Heimschlappe des späteren Deutschen Meisters in der Liga, sondern auch ein schmerzliches 2:3 im Final-Four-Halbfinale von Hannover, das das Ende aller Pokalträume des Boll-Klubs bedeutete. Die Borussia hat sich inzwischen kräftig beim SV Werder bedient und mit Seiya Kishikawa und Trinko Keen zwei vormalige Leistungsträger der Norddeutschen unter Vertrag genommen. Während der hochgewachsene Niederländer bislang recht unglücklich agiert, hat „Kishi“ einen Lauf und musste in der DTTL erst eine Niederlage quittieren (6:1). Zudem trumpfte der untersetzte Japaner zuletzt auch international auf und schaltete überraschend seinen Teamkollegen Timo Boll am Wochenende bei den English Open in Sheffield im Viertelfinale aus. Im Bundesligaspiel setzte sich die Borussia vor fünf Wochen im heimischen DTTZ mit 3:1 gegen Werder durch.
 
Jeder Beobachter der Liga weiß, dass Bremen stärker ist als es der derzeitige Tabellenplatz erscheinen lässt. Einige unglückliche Niederlagen, die heftige Lungenentzündung von Jens Ludquist sowie die Pechsträhne des Lars Hielscher haben den Norddeutschen fünf Niederlagen in Folge und Rang zehn eingetragen. Taku Takakiwa (Foto) spielt dagegen seit Wochen stark und ist für jeden Gegner in der Liga gefährlich. Ein Erfolgserlebnis, womöglich gegen einen der ganz Großen, und schon sähe alles ganz anders aus und das Selbstvertrauen der Hansestädter wäre zurück.
 
Deshalb fährt Düsseldorf zwar als Favorit, nicht aber als haushoher Favorit an die Weser und ist auf der Hut. Man will sogar die Trumpfkarte Timo Boll ausspielen, um keine unliebsame Überraschung zu erleben und das Final Four nicht seines Zugpferdes zu berauben.
 
Sascha Greber, Teamchef der Grün-Weißen, freut sich auf das attraktive Pokalmatch im Sportturm der Bremer Universität: „Borussia ist eine Mannschaft von internationalem Spitzenformat. Mit Timo im Kader werden wir die weltbesten Tischtennisspieler bei uns zu Gast in Bremen haben.“ Greber baut auf den Heimvorteil: „Nur wenn wir als Team bis zum letzten kämpfen, können wir mit der Unterstützung der Zuschauer für eine Überraschung sorgen. Wir werden alles geben, um auch in diesem Jahr für eine große Überraschung im Pokal zu sorgen.“ Nur zu gerne würde Trainer Cristian Tamas auch diesmal seine Mannschaft beim Endrundenturnier betreuen: „Das Final Four ist ein ganz besonderes Event, das es so in der Tischtenniswelt nicht noch einmal gibt. Gerade die Verbindung von Sport und einem Musik-Act ist einzigartig.“
 
Borussia-Trainer Dirk Wagner weiß, was auf dem Spiel steht: "Wir gehen in voller Besetzung nach Bremen. Das Spiel ist enorm wichtig und die Quali für das Final Four unser nächstes Ziel. Wir hoffen, dass alle Spieler gesund und einsatzfähig aus England wiederkommen und fahren motiviert nach Bremen.“ Auch Manager Andreas Preuß geht von einer echten Prüfung für sein Erfolgsterzett aus: „Wir spielen mit bester Mannschaft und sind gewarnt. Schließlich gilt es noch, sich für die Niederlage im Halbfinale der letzten Saison zu revanchieren. Bremen hat nichts zu verlieren und ist sicher klar besser, als es der momentane Tabellenstand in der DTTL widerspiegelt.“ Preuß sieht die Konstellationen aber günstiger als Ende 2008: „Das war damals eine harte Niederlage. In der vergangenen Saison hat uns Bremen überhaupt nicht gelegen. Wir haben gegen Werder aber in dieser Saison bereits gewonnen. Ich gehe fest davon aus, dass wir uns für das Final Four qualifizieren werden.“
 
Als bislang einzige Mannschaft hat sich Vizemeister Ochsenhausen durch ein ungefährdetes 3:0 über Zweitligist Gräfelfing für das Final Four qualifiziert. In den beiden noch ausstehenden Viertelfinal-Paarungen am Donnerstag dieser Woche (gesonderte Vorberichte folgen) stehen sich Fulda und Frickenhausen sowie Plüderhausen und Saarbrücken gegenüber. Der Sieger der letzten Partie trifft im Final-Four-Halbfinale in der Westfalenhalle übrigens auf den Gewinner der Begegnung zwischen Bremen und Düsseldorf.
 
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Foto)
 
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