Die Westfalenhalle winkt - Ochsenhausen und Gräfelfing eröffnen das Viertelfinale
Foto: Jörg Schlichter, letzte Saison noch Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft des 1. FC Saarbrücken, wird - wie seine Gräfelfinger Teamkollegen - in Biberach eine Topleistung bringen müssen, wenn es keine zu einseitige Angelegenheit werden soll.
Montag, 18:30 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen - TSV Gräfelfing
Gräfelfing hat in diesem Wettbewerb bereits eine richtige Duftmarke gesetzt und viele Experten aufhorchen lassen. Immerhin kämpfte man Ende September die mit den größten deutschen Talenten gespickte DTTL-Truppe der TG Hanau in einem echten Pokalkrimi nieder, um in der 2. Hauptrunde zehn Tage später auch dem Ligakollegen aus dem Norden, Jülich-Bezwinger SV Siek, das Pokal-Aus zu bescheren. Die Bayern, in der Liga derzeit nur auf Platz sechs mit ausgeglichenem Punktekonto, scheinen sich zu einer ausgesprochenen Pokalmannschaft entwickelt zu haben - besonders die "Leitwölfe" Jörg Schlichter und Nico Christ stellen an guten Tagen für alle Gegner echte Herausforderungen dar.
Dennoch wäre ein 0:3 beim Meisterschaftsmitfavoriten - nach den Siegen gegen Plüderhausen und in Saarbrücken wieder in der Erfolgsspur - ein fast schon "normales" Ergebnis. Allerdings kann Ochsenhausen an diesem Pokalabend eigentlich nur verlieren und sich gegebenenfalls blamieren, während der "Underdog" an sich nur gewinnen und jeden Satzgewinn als Erfolg feiern kann.
Wie sagt Gräfelfings selbst bundesligaerfahrener Teamchef Martin Schauer, der gegen Hanau und Siek im erfolgreichen Schlussdoppel zum Einsatz kam, so schön und vielsagend: "Just for fun gehen wir nie in ein Liga- oder Pokalspiel! Schau'n mer mal...." Schauer führt es näher aus: "Wir wollen versuchen, unser Bestes zu geben und gute Spiele abzuliefern. Was dann am Ende rauskommt, werden wir sehen. Natürlich wissen wir, dass unsere Chancen relativ gering bis gar nicht vorhanden sind, aber wir werden uns so teuer es geht verkaufen. So ein Spiel hat man ja nicht alle Tage."
Eine Chance des krassen Außenseiters würde darin bestehen, von einem Gegner unterschätzt zu werden, der gedanklich schon in der Westfalenhalle weilt. Aber gerade das wollen die Oberschwaben tunlichst vermeiden. TTF-Generalmanager Kristijan Pejinovic: "Ich glaube, in dieser Saison gibt es keine entspannten Sachen mehr, nachdem wir gesehen haben, dass Gräfelfings Truppe Hanau geschlagen hat." Dennoch rechnet Pejinovic damit, dass am Ende des Pokalmatchs Ochsenhausen den geglückten Einzug in die Endrunde vermelden kann: "Wir sind zuversichtlich und wollen in das Final Four einmarschieren. Wir freuen uns auf die Begegnung und sind immer mit 100 Prozent bei der Sache." Ochsenhausens Trainer Anders Johansson denkt ebenfalls nicht im geringsten daran, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: "Schlichter und Christ zählen sicher zu den besten Zweitligaspielern überhaupt. Wenn wir hundertprozentig konzentriert sind, werden wir dieses Spiel aber gewinnen."
Man darf gespannt sein, wie sich die wackeren "Beinahe-Münchner" gegen den haushohen Favoriten im 140 Kilometer von Gräfelfing entfernten Biberach aus der Affäre ziehen werden. Ochsenhausen - diesmal aller Voraussicht nach mit Chuang, Crisan und Apolonia - will nicht bloß ins Final Four, sondern sogar den Cup holen und darf sich folglich keine Blöße geben. Ein Ausrutscher wäre fatal.
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
Foto: TSV Gräfelfing