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Ochsenhausen gewinnt 190-Minuten-Krimi in Saarbrücken 3:2

1. FC Saarbrücken - TTF LIEBHERR Ochsenhausen 2:3

Ein äußerst spannendes, am Ende sogar dramatisches  Bundesligaspiel entwickelte sich in Saarbrücken, wonach es nach der 2:0-Pausenführung des Gasts aus Oberschwaben zunächst nicht ausgesehen hatte. 

Vor 450 Zuschauern in der Joachim-Deckarm-Halle, die voll auf ihre Kosten kamen, bestätigte zunächst Tiago Apolonia seine tolle Form der letzten Wochen und besiegte Bojan Tokic überraschend deutlich mit 11:9, 11:6 und 11:7. Auch Chuang Chih-Yuan präsentierte sich in guter Verfassung und schlug Andrej Gacina in vier Sätzen (11:7, 4:11, 11:9, 11:8). Ein starker Leung Chu Yan brachte die Saarländer nach der Pause zurück ins Spiel (7:11, 11:6, 11:7, 11:5). Leung setzte sich gegen Pär Gerell mit 3:1 durch. Das hochklassige Match zwischen Bojan Tokic (Foto) und Chuang Chih-Yuan ging in den Entscheidungssatz, in dem der Slowene in Saarbrücker Diensten seine Nervenstärke unter Beweis stellte und knapp gewann (11:6, 6:11, 11:9, 7:11, 12:10).

Erst vor gut zwei Wochen hatte sich Ochsenhausen schon einmal eine 2:0-Führung auswärts abjagen lassen und in Jülich doch noch den Kürzeren gezogen. Nun sollten Pär Gerell und Adrian Crisan - alles andere als eine eingespielte Formation - gegen Andrej Gacina und Leung Chu Yan das befürchtete Déjà-vu-Erlebnis für die Oberschwaben vermeiden, während die hoch motivierten Saarländer nun alles auf eine Karte setzten und den Sieg wollten. Und auch das Doppel war ein Spiegelbild der zweiten Hälfte der Partie und richtig aufregend: Ochsenhausen legt vor, Saarbrücken schlägt zurück, Ochsenhausen wieder vorne, Saarbrücken kämpft sich zum Satzausgleich, doch die TTF haben am Ende die Nase vorne. In Zahlen schreibt sich das dramatische Geschehen aus Sicht der Gäste so: 11:8, 8:11, 11:5, 12:14, 11:7.

Ochsenhausens Präsident Rainer Ihle atmete tief durch, zumal mit diesem Erfolg, der am seidenen Faden hing, die Ausgangsposition seines Teams vor dem Schlager gegen Rekordmeister Düsseldorf am 8. November in der Arena Ludwigsburg günstiger geworden ist: "Wir haben uns mit 8:4 Punkten in der Liga etwas Luft verschafft. Der Sieg war sehr wichtig." Auch TTF-Trainer Anders Johansson zeigte sich sehr zufrieden: „Alle vier Spieler haben heute das Maximum herausgeholt und gegen einen sehr starken Gegner die Nerven behalten. Kompliment!"

Die Oberschwaben haben damit Anschluss an die Gruppe der Düsseldorf-Verfolger gefunden - statt nunmehr 8:4 Punkten hätten es heute auch 6:6 werden können, womit man erst einmal im breiten Mittelfeld der Liga abgetaucht wäre. Die bewundernswert kämpfenden Saarländer sind zwar einstweilen auf Tabellenplatz 6 abgerutscht, gingen aber erhobenen Hauptes aus der Partie und werden in dieser Verfassung noch manchen ganz Großen ärgern, vielleicht sogar schlagen können. Am 13.11. heißt der nächste Gegner TTC indeland Jülich - Saarbrücken tritt als Favorit die Reise an den Niederrhein an.

DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Foto) 

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