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Die contenthouse GmbH, Durchführer und Organisator des TOP-Events am vergangenen Samstag, hat nun Zahlen vorgelegt, die die außergewöhnliche Anziehungskraft dieser Veranstaltung, die mit dem Sensationssieg des schwäbischen SV Plüderhausen endete, untermauern. Die exakte Besucherzahl konnte erst jetzt vermeldet werden, da die entsprechende Rückmeldung von den Kartenverkaufsagenturen verspätet eintraf, weshalb man in der Halle selbst weitgehend auf Schätzungen angewiesen war.
4.548 Zuschauer sahen demnach das Finale in der TUI-Arena, ca. 300 weniger waren es bei den beiden Halbfinalspielen. Das ist ein herausragender Rekordbesuch in der Geschichte des deutschen Cupwettbewerbs. 1.400 Zuschauer zählte man letztes Jahr beim Finale im westfälischen Hamm, was schon einen herausragenden Wert bedeutete. Insgesamt 4.893 Zuschauer in 14 Spielen ab der Hauptrunde in der Saison 2007/08 waren bislang das Maß der Dinge, nun waren es sage und schreibe 14.464 in nur zwölf Partien (in dieser Statistik werden die drei Begegnungen des Final Four übrigens einzeln gerechnet). Die Besucherzahl des Endspiels von Hannover stellt aber auch eine neue Spitzenmarke bei Veranstaltungen der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) dar. Die alte Bestmarke, aufgestellt am 25.11.2007 beim Ligaspiel zwischen Frickenhausen und Düsseldorf in der Stuttgarter Porsche-Arena mit exakt 4.500 Besuchern, wurde damit knapp übertroffen, ist aber natürlich weiterhin Ligarekord. Überraschend, dass sich in Hannover ein Tischtennis-affines Publikum mit 80 bis 90 Prozent Tischtennisanhängern einfand, während man im Vorfeld mit einem sehr hohen Anteil Popfans gerechnet hatte. Dessen ungeachtet erfreuten sich die faszinierten Zuschauer am gelungenen musikalischen Ausklang des sportlichen Spitzen-Events durch die deutsche Popgruppe "Ich + Ich", die volle 90 Minuten unter Beweis stellte, warum sie derzeit in aller Munde ist und jedes Kind ihre Hits kennt.
Die Highlight-Zusammenfassung im Deutschen Sport-Fernsehen am Samstag erlebten 170.000 Menschen vor den heimischen TV-Schirmen - ein vergleichsweise sehr guter Wert. Tags darauf waren es gar 240.000 Fernsehzuschauer, die das Endspiel und den 50. Cupsieger in der Geschichte des deutschen Pokalwettbewerbs sehen wollten. Der bisherige Rekord bei einer DTTL-Übertragung im DSF war erst am 14.12. mit 230.000 bei der Partie TTF Liebherr Ochsenhausen - TTC indeland Jülich aufgestellt worden.
Knapp 100 akkreditierte Journalisten, Fotografen und TV-Leute, die in der Arena vorzügliche Arbeitsbedingungen vorfanden, bedeuteten auch einen Rekord. Noch wichtiger jedoch war der Umstand, dass auch die inhaltliche Berichterstattung in den Medien fast durchgehend äußerst positiv ausfiel. Auch die Zahl von 70 Volunteers, überwiegend selbst Tischtennisspieler oder -fans, die erheblich zum Gelingen des Großevents beitrugen, war etwas völlig neuartiges für ein deutsches Pokal-Final-Four.
Sportlich gesehen, erwies es sich nicht als Manko - wie von manchem nach dem 3:2-Halbfinalsieg Werder Bremens gegen Titelverteidiger Borussia Düsseldorf befürchtet -, dass Deutschland Sympathieträger und Aushängeschild Nummer eins Timo Boll nicht mehr im Endspiel vertreten war. Die sportliche Dramaturgie war vielmehr extrem spannungsfördernd. Der besondere Nimbus des Cupwettbewerbs, dem zufolge dort ganz eigene Gesetze gelten, fand auch in Hannover Bestätigung, wo die Semifinalspiele gleich zwei Favoritenstürze mit sich brachten und am Ende das Team jubeln durfte, das zuvor wohl die wenigsten Experten auf der Rechnung hatten. Der SV Plüderhausen entschied aber auch die inoffizielle "Fanwertung" eindeutig zu seinen Gunsten: 80 einheitlich in gelbe Shirts gekleidete Sympathisanten aus dem 540 Kilometer entfernten schwäbischen Remstal - auch Manager Geritt Albrecht zeigte an seinem 64. Geburtstag Farbe - verkörperten den besonderen "Eyecatcher" des Turniers und wurden immer wieder von TV-Teams und Fotografen zielgerichtet ins rechte Licht gerückt.
In Hannover wurde der Tischtennistross mit dem Wunsch verabschiedet, dass es eine tolle Sache wäre, wenn sich dort jährlich die besten vier Cupteams ein Stelldichein geben und den Pokalsieger ausspielen würden - ähnlich wie Berlin als Schauplatz des Finales um den DFB-Pokal längst zur festen Institution geworden ist. Das völlig neuartige Konzept unter dem Motto "Cup & Concert" stieß zudem auf nahezu einhellige Zustimmung. Man darf gespannt verfolgen, was die Zukunft diesbezüglich bringen wird. Zunächst einmal gilt es freilich für alle Beteiligten, das TUI DTTB Final Four 2008 zu analysieren und eine genaue Bestandsaufnahme vorzunehmen, die sowohl die fraglos reichlich vorhandenen positiven Aspekte als auch den Verbesserungsbedarf wie schließlich die wirtschaftliche Komponente mit einzubeziehen hat. Überwiegt auch danach noch der positive Eindruck, erscheint eine Wiederholung nicht ausgeschlossen.
Bundestrainer Richard Prause jedenfalls gefiel die Veranstaltung sichtlich: "Vergleicht man es mit vielen anderen Pokalveranstaltungen in der Vergangenheit, war dies ein hervorragender, würdiger Rahmen und ein Schritt in die richtige Richtung - und genau da müssen wir weitermachen." Ligasekretär Wieland Speer verhehlte seine Begeisterung nicht: "Heute war der Start eines Pilotprojekts und ich hoffe, dass wir noch viele derartige Veranstaltungen erleben werden. Wir kommen gerne wieder!" Auch Ligaausschussvorsitzender und Düsseldorf-Manager Andreas Preuß fand lobende Worte: "Die perfekte Organisation und viele, enthusiastische Zuschauer zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass in unserem Sport noch sehr viel mehr möglich ist." Doch auch aus dem Spielerlager kamen sehr positive Stimmen: "Diese tolle Veranstaltung war sehr gut für den Tischtennissport. Wir müssen nach vorne schauen und uns weiterentwickeln. Und wenn Tischtennis vor einem großen Publikum so professionell präsentiert wird und im TV zu sehen ist, bringt das unseren Sport weiter", meinte der Niederländer Trinko Keen vom Finalisten Werder Bremen. Timo Boll schließlich war angesichts des Ausscheidens seines Teams im Halbfinale zwar alles andere als glücklich, verlor aber die großen Zusammenhänge nicht aus den Augen: "Ich bin absolut für das Konzept, aus den miefig anmutenden Sporthallen raus und in die großen Veranstaltungshallen rein zu gehen. Der Termin kurz nach Weihnachten ist für uns Spieler sicher nicht der angenehmste, aber die Resonanz zeigt ja, dass die Zuschauer das gut finden. Andere Sportarten haben das auch entdeckt und spielen, wie die NBA, über die Feiertage einfach durch."
DTTL-Pressedienst; Dr. Stephan Roscher (Text & Fotos)
Quelle: contenthouse GmbH