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Tischtennis-Klassiker: Spielszene Waldner vs. Samsonov (Foto: Roscher).TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - Fakel Gazproma Orenburg 0:3
Im ersten Einzel des Abends standen sich Defensivstratege Wang Xi und Alexei Smirnov gegenüber. Der erste Satz ging mit 11:8 an Maberzells Chinesen. Smirnov glich aus und gewann Durchgang zwei mit 11:7. 2:1-Satzführung dann wiederum für Wang Xi, der zwischenzeitlich klar in Front gelegen hatte, zum Satzende hin war es jedoch noch einmal eng geworden. Ein dramatisches Auftaktmatch: Smirnov legte nochmals zu und glich aus (11:5). Konnte auch Wang nochmals zulegen? Ein aufregender Entscheidungssatz ohne Happy End für die Osthessen: Wang Xi konnte drei Matchbälle gegen den starken Russen nicht verwerten, um letztlich mit 12:14 den Kürzeren zu ziehen.
Jetzt würde es ganz, ganz schwer für Fulda-Maberzell werden. Aber das Team versuchte alles: Jan-Ove Waldner schien - zumindest anfänglich - einen seiner genialen Tage erwischt zu haben und setzte Europas Nummer zwei Vladimir Samsonov erheblich zu. 1:1 stand es nach 15 Minuten nach Sätzen - 8:11 und 11:4 aus Sicht des "alten" Schweden. Doch dann der vielleicht schicksalhafte dritte Durchgang: Jan-Ove Waldner sah bei einer 9:4-Führung wie der sichere Sieger aus und zauberte bis dahin gegen einen verzweifelt wirkenden Samsonov. Doch dann wollte "Waldi" den Sack offenbar zu schnell und mit Gewalt zumachen, verlor seinen Rhythmus und traf plötzlich kaum noch einen Ball (9:11). Und es kam wie befürchtet: Fuldas "Tischtennis-Mozart" fand nicht wieder richtig in sein Spiel und verlor auch den vierten Satz (6:11).
Wenn nun überhaupt noch etwas gehen sollte für die Osthessen, die im Begriff waren, einer klaren Niederlage entgegenzusteuern, musste nun der in der gesamten Rückrunde schwächelnde Robert Svensson gegen den EM-Halbfinalisten Fedor Kuzmin gewinnen - gemessen an seinem Weltranglistenplatz (48) ist Kuzmin der "schwächste" Akteur des russischen Topteams. Und die Fans durften hoffen, Svensson schaffte den 1:1-Satzausgleich (12:10) - den ersten Satz hatte der Russe noch klar dominiert (11:5). Doch dann zwei knappe Durchgänge mit dem besseren Ende für Kuzmin (8:11, 11:13). Nach zweieinhalb Stunden war alles vorüber - 3:0 für Orenburg bei 9:4 Sätzen. Sicher ein etwas zu hoch ausgefallenes Resultat, aber die Chancen, im Rückspiel noch etwas zu reißen, sind damit nur noch theoretischer Natur. Es scheint, als ob es den eine so starke Runde spielenden Maberzellern nicht gelingen würde, den letztjährigen Europapokalsieger Plüderhausen zu beerben.
Fuldas Trainer Qingyu Meng: "Schade, die Aufstellung hat eigentlich gut für uns gepasst. Wir hatten heute wirklich Pech, mit Glück hätten wir sogar 3:0 gewinnen können. Unsere Chance, es im Rückspiel noch zu packen, liegt jetzt aber nur noch bei einem Prozent." Robert Svensson: "Wir haben heute gutes Tischtennis gezeigt, mehr konnten wir nicht tun. Das Ergebnis ist sicher zu hoch ausgefallen, aber so ist Sport. Wenn Wang Xi den Punkt gegen Smirnov geholt hätte, hätte heute Einiges für uns gehen können. Jan-Ove Waldner hatte eine echte Siegchance gegen Samsonov und ich hatte auch meine Chancen gegen Kuzmin." Vladimir Samsonov: "Auch wenn es vom Ergebnis nicht so aussieht, war es heute ein schweres Spiel für uns. Die Leistung Jan-Ove Waldners gegen mich hat mich gar nicht überrascht. Er kann es halt immer noch sehr, sehr gut. Natürlich sieht es jetzt sehr gut aus für uns, aber wir werden auch im Rückspiel aufmerksam und konzentriert bleiben."
Fuldas Management wollte sich die vorzügliche Saison nicht durch die zwei Niederlagen binnen einer Woche trüben lassen. Vorsitzender Stefan Frauenholz: "Wir hatten in der Runde auch viel Glück und haben zahlreiche knappe Spiele gewonnen. Am Ende hat es sich nun gedreht und wir hatten zweimal hintereinander Pech. Aber das ist Sport und auch das Verlieren gehört dazu. Wir müssen anerkennen, dass sowohl Ochsenhausen vor acht Tagen als auch Orenburg heute sehr gut gespielt haben. Insgesamt war es eine prima Saison von uns. Wir haben den Fans tolles Tischtennis geboten." Vizepräsident Claus-Dieter Schad: "Wenn wir vor einem Dreivierteljahr gesagt hätten, wir würden wochenlang Bundesliga-Spitzenreiter sein, Düsseldorf schlagen, am Ende Zweiter werden, sowie ins Final Four und ins Europapokalfinale einziehen, hätte man uns für verrückt erklärt, zumindest aber für überheblich. Es war eine großartige Saison mit zwei unglücklichen Niederlagen am Ende, die uns nicht zurückwerfen. Wir richten den Blick nach vorne und werden versuchen, nächste Saison noch ein bisschen erfolgreicher zu sein."
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher