TTC RhönSprudel Fulda Maberzell1. FC Saarbrücken
SV Werder BremenTSV Gräfelfing
SV PlüderhausenBorussia Düsseldorf
TTC Zugbrücke GrenzauTTF LIEBHERR Ochsenhausen
Herne Tischtennis Club RuhrstadtTG 1837 Hanau

DTTL-Festspiele – Der Schlussspurt beginnt (Ostervorschau, Teil 1)

Andrej Gacina, der in der DTTL zurzeit eine 11:7-Bilanz vorweisen kann, will am Karfreitag mit Saarbrücken die Jülicher bezwingen (Foto: Roscher).

Freitag, 16:00 Uhr: 1. FC Saarbrücken – TTC indeland Jülich

Der Aufsteiger aus dem Saarland spielt eine ganz starke Saison, ist jedoch noch nicht am Ziel aller Träume, der Play-Off-Teilnahme, angelangt. Noch könnte man von Grenzau und gegebenenfalls sogar von Bremen oder Hanau vom „Platz an der Sonne“ verdrängt werden, benötigt also noch den einen oder anderen Sieg, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Dennoch deutet bei 16:12 Punkten und noch vier ausstehenden Partien einiges darauf hin, dass gleich die erste Saison des Bundesliga-Gründungsmitglieds im Oberhaus nach langen Jahren der Zweit- und Drittklassigkeit zur Erfolgsstory werden könnte.

Voraussetzung ist in jedem Fall ein Sieg über die Jülicher, die als Außenseiter an die Saar reisen. Aber Achtung: Die Dimmig-Mannschaft hat bisher eine gute Rückrunde gespielt und kann als einziges der zehn Teams locker und ohne Druck auftreten, da man die Entscheidung über das eigene sportliche Schicksal in der alten Herzogstadt selbst getroffen hat und kommende Saison in der 2. Liga antreten wird. Hängenlassen wollen sich die „indeländer“ aber keineswegs, die gerne auf ihrer Abschiedstour nach 33 Jahren Erstligazugehörigkeit noch dem einen oder anderen Hochkaräter ein Bein stellen würden.

Dementsprechend ist auch 1.FCS-Trainer Matthias Landfried weit davon entfernt, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wir haben jetzt vier Spiele in neun Tagen, das wird eine enorme Belastung. Den Auftakt bildet die Partie gegen Jülich. Wenn der aktuelle Tabellendritte gegen den derzeitigen Vorletzten antritt, sind wir sicherlich auf dem Papier Favorit, aber was hat das in der DTTL diese Saison schon zu sagen! Jülich konnte unter anderem gegen Grenzau und Ochsenhausen gewinnen und unterlag Fulda nur knapp 2:3 und auch wir haben uns bei unserem 3:1-Vorrundensieg sehr schwer getan, als drei Spiele erst im Entscheidungssatz endeten. Wir haben jetzt einen Monat Pause gehabt und werden versuchen, sofort wieder auf vollem Wettkampfniveau anzugreifen, um einen ersten Schritt Richtung Sicherung unseres Play-Off-Platzes zu machen.“

Sein Gegenüber Johannes Dimmig schätzt die Ausgangslage realistisch ein: „Gegen Saarbrücken zu gewinnen, wäre eine dicke Überraschung.“ Der 30-jährige Trainer, der auch im Unterhaus auf Jülichs sportlicher Kommandobrücke stehen wird, hofft dennoch auf eine Entscheidung im Doppel, bei der dann alles möglich wäre: „Wenn es uns gelingt, Bojan Tokic oder Andrej Gacina zu schlagen, könnten wir das vielleicht schaffen.“ Am ursprünglichen Ziel, in der Endabrechnung den ersten sportlichen Nichtabstiegsplatz zu belegen, hält Dimmig fest: „Wir wollen unser weiterhin mögliches Saisonziel, nämlich Platz 8, erreichen. Die Einstellung ist top und wir werden gegen Saarbrücken das Beste aus uns herausholen. Wir sind zwar der klare Underdog im Saarland, aber dennoch glauben wir an eine kleine Siegchance.“

 

Samstag, 16:00 Uhr: SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf (Neue Werder-Halle, Hermine-Berthold-Straße 20, 28205 Bremen)

Ein Tischtennisfest steht in Bremen bevor. Die gerade fertig gestellte neue Werder-Halle wird erstmals Schauplatz eines DTTL-Spiels sein und der Gegner der Norddeutschen ist kein Geringerer als Rekordmeister Düsseldorf. Sportlich hat der SV Werder zuletzt beste Werbung für den Premieren-Knaller betrieben und Fulda sowie Plüderhausen auswärts bezwungen. Zwar ist man noch nicht frei von Abstiegssorgen, die zum Klassenverbleib fehlenden zwei Punkte sollten angesichts der letzten überzeugenden Leistungen von Hielscher & Co. jedoch in einer der noch vier ausstehenden Partien eingefahren werden. Am liebsten würde man den Ligaverbleib gleich im Premierenspiel am Samstag „eintüten“, zumal man den Düsseldorfern fast immer heiße Gefechte geliefert hat und auch schon Überraschungssiege verbuchen konnte. Die Fans werden den Grün-Weißen mit Sicherheit den Rücken stärken, die ihre Helden zwei Tage später erneut im neuen Werder-Domizil bewundern dürfen, wenn diese gegen Schlusslicht Frickenhausen versuchen wollen, letzte Zweifel am Klassenverbleib zu beseitigen.

Der Premieren-Gegner, der sich übrigens dann am Ostermontag im heimischen ARAG CenterCourt im Topspiel gegen Vizemeister Ochsenhausen beweisen muss, ist natürlich kein Nobody, sondern immerhin der deutsche Rekordmeister und Spitzenreiter mit guten Chancen auf die erneute Titelverteidigung. Zudem steht man unmittelbar vor dem Einzug ins Finale der Champions League. Die Rheinländer, auch amtierender Deutscher Pokalmeister, die nach Minuspunkten vier Zähler vor Verfolger Fulda rangieren, wollen nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen lassen, die reguläre Punktrunde auf dem strategisch wichtigen Platz eins abzuschließen. Dennoch könnte es spannend werden am Ostersamstag in der Hermine-Berthold-Straße.

Werder-Manager Sascha Greber ist voller Vorfreude auf das Premieren-Match: „Wir erhoffen uns einen guten Besuch und rechnen mit 600 bis 700 Zuschauern. Ganz voll wird die Halle wegen Ostern wohl leider nicht werden. Wir freuen uns jedenfalls, ein neues Zuhause zu haben und dieses gegen Düsseldorf eröffnen zu können.“ Greber ergänzt: „Wir möchten mit unseren tischtennisbegeistertem Publikum eine schöne Einweihung der neuen Halle feiern. Wir haben das Glück, einige der besten Spieler Europas hier zu sehen. Ich bin mir sicher, dass wir Spitzensport geboten bekommen, vielleicht gelingt uns zum Auftakt ja auch gleich eine weitere Überraschung.“ Auch Trainer Cristian Tamas sieht sein Team, in dem zuletzt besonders Lars Hielscher mit Siegen gegen Wang Xi und Aleksandar Karakasevic überzeugte, nicht chancenlos gegen den Klub mit dem klangvollsten Namen im deutschen Tischtennissport: „Wir wissen um unsere Außenseiterrolle. Aber mit der richtigen Einstellung und etwas Glück können wir vielleicht für eine Überraschung sorgen.“

Düsseldorfs Trainer Dirk Wagner lässt keinen Zweifel an der Marschrichtung seiner Truppe: „Wir gehen nach Bremen, um zu gewinnen. Es ist für uns wichtig, im Rhythmus zu bleiben. Wettkampfpraxis ist das beste Training. Sicher sind die nächsten 14 Tage sehr anstrengend. Wir schauen da weniger auf unsere Gegner, dafür noch genauer auf unsere eigene Verfassung.“ Wagner denkt auch nicht daran, den Oster-Fokus einseitig auf den Hit gegen Ochsenhausen am Montag zu legen: „Ob wir nun besser gegen Saarbrücken oder Ochsenhausen in die Play-Offs gehen, ist nicht so entscheidend. Beide Mannschaften sind sehr gut und wir müssen selbst am oberen Limit spielen. Ich denke, es wird in Bremen wie immer ein sehr enges und spannendes Match. Der Gegner hat sich Luft im Abstiegskampf verschafft und neues Selbstvertrauen getankt. Es wird von der Tagesform abhängen wie das Spiel ausgeht. Erst auf dem Rückweg werden wir uns Gedanken über Ochsenhausen machen.“

 

Samstag, 19:00 Uhr: TG 1837 Hanau – TTF LIEBHERR Ochsenhausen

Liganeuling und „Gönnern-Erbe“ Hanau hat bisher eine gute Rückserie gespielt (6:4 Punkte) und hatte Ligaprimus Düsseldorf zuletzt beim 2:3 am Rande einer Niederlage. Dennoch fehlt dem derzeitigen Tabellensiebten bei 12:16 Punkten noch ein Sieg aus vier Partien, um am Ziel aller Wünsche zu sein und den Klassenerhalt zu feiern. Gerne würde man am Samstagabend bereits die Sektkorken knallen lassen, allerdings stellt sich mit Vizemeister und Königsklassen-Halbfinalist Ochsenhausen ein echter Hochkaräter in der Main-Kinzig-Halle vor, der – nach mäßiger Vorrunde – seit Wochen endlich auch in der Liga zu überzeugen weiß und sich längst auf Play-Off-Kurs befindet. Die letzten vier Partien hat man gewonnen, in den letzten beiden die Gegner Saarbrücken und Frickenhausen gar im Eiltempo mit 3:0 abgefertigt. Wird der DTTL-Seiteneinsteiger aus der Brüder-Grimm-Stadt den Siegeszug der Oberschwaben stoppen können oder sind Apolonia & Co. doch noch eine Nummer zu groß für die jungen Wilden mitsamt „Oldie“ Roßkopf aus Hessen?

Ochsenhausen kann personell aus dem Vollen schöpfen, während bei Hanau der Einsatz des zuletzt verletzungsbedingt pausierenden 20-jährigen Taiwanesen Chiang Hung-Chieh noch fraglich ist. Fällt Chiang aus, dürfte der künftige Ochsenhausener Ruwen Filus an der Seite von Jörg Roßkopf und Steffen Mengel die Einzel bestreiten. In den Startlöchern steht aber auch „Nesthäkchen“ Patrick Franziska, der sich in der gerade veröffentlichten, neuesten Weltrangliste von Position 253 auf 195 verbessert hat, also gleich 58 Plätze gutmachen konnte.

TGH-Manager Johannes Herrmann betont die Außenseiterrolle seiner Mannschaft: „Ob Chiang dabei sein wird, entscheidet sich erst kurzfristig. Ochsenhausen ist klarer Favorit. Wir versuchen, den einen oder anderen Punkt zu holen. Wichtig auch für unser eigenes Selbstvertrauen für die letzten drei Partien.“ Auf die Frage, ob Hanau nicht stärker auf das Match beim Rivalen Plüderhausen am Ostermontag fixiert sein dürfte, entgegnet Herrmann: „Wir schauen zunächst auf uns selbst und gehen mit voller Spannung in jedes Match hinein. Jedes Spiel wird von uns mit der notwendigen Konzentration angegangen. Gegen den Rekordmeister aus Düsseldorf war auch ein Sieg drin, wieso nicht auch gegen andere Favoriten!?“ Kritisch merkt der Hanauer Teamchef mit Blick auf den "Spaziergang" Werders bei Plüderhausens "1B" am vergangenen Sonntag an: „Viel hängt immer von den Aufstellungen der Gegner ab. Leider treten gegen uns alle Mannschaften mit Ausnahme Düsseldorfs mit ihren besten Spielern an. Andere Mannschaften sind da klar bevorteilt worden und konnten leichte Siege einfahren.“

Ochsenhausens Generalmanager Kristijan Pejinovic macht deutlich, dass der letztjährige Vizechampion die Partie an der Kinzig ernst nimmt und keineswegs am Samstag gedanklich bereits beim Ostermontagsknaller in Düsseldorf sein wird: „Wir reisen schon am Freitag an und bleiben bis Sonntag dort. Hanau müssen wir unbedingt schlagen und uns die Punkte für die Play-Offs sichern. Der Gegner hat besonders in der Rückrunde gezeigt, was er kann, und Mannschaften wie Grenzau, Jülich und Frickenhausen geschlagen. Das bedeutet für uns, zu 100 Prozent vorbereitet ins Spiel zu gehen und uns nicht zu sicher zu sein. Düsseldorf musste auch bis ins Doppel alles geben, um sich gegen Hanau durchzusetzen. Es wird ganz sicher ein heißer Schlagabtausch werden und wir werden alles geben.“ 

DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher