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Ruhe vor dem Sturm: Heißer Tischtennis-April für die DTTL-Klubs

Szene aus der ersten Partie Fulda vs. Hanau vor 2.300 Zuschauern. Nun kommt es zu drei Neuauflagen des Hessenderbys binnen vier Wochen (Foto: Roscher).

Am 27. und 28. Februar wurde zuletzt um DTTL-Punkte gekämpft: Fulda patzte zu Hause gegen Bremen, Düsseldorf übernahm durch ein 3:0 in Frickenhausen wieder die Tabellenführung, Ochsenhausen ließ Saarbrücken im Verfolgerduell keine Chance, Hanau stieß durch einen Sieg gegen Grenzau ins Tabellenmittelfeld vor und Jülich gab beim 3:0 über Plüderhausen ein deutliches Lebenszeichen von sich. Seitdem herrscht Ruhe vor dem Sturm, den Nationalen Deutschen Meisterschaften in Trier vom 5. bis 7. März sowie den am Donnerstag beginnenden German Open in Berlin geschuldet, bei denen nahezu die gesamte DTTL im Einsatz sein wird.

Doch danach geht es mit Siebenmeilenstiefeln in die Entscheidungsphase der Liga. Bis zum 11. April wird entschieden sein, wer Play-Off-Luft schnuppern darf und wer sich - zumindest für eine Saison - mit der 2. Liga anfreunden muss. Es gibt noch so viele Möglichkeiten in einer brutal ausgeglichenen Elitedivision, in der zwischen dem Tabellenfünften und dem Schlusslicht derzeit ganze zwei Pluspunkte liegen und noch sechs Mannschaften als abstiegsbedroht gelten müssen.

Düsseldorf und Fulda sollten die Play-Off-Teilnahme unter Dach und Fach bringen können, Saarbrücken hat ebenfalls recht gute Karten, Ochsenhausen muss dagegen noch einige Punkte einfahren, um nach mäßiger erste Saisonhälfte doch noch ans Ziel zu gelangen. Den Oberschwaben im Nacken sitzt zum Beispiel die Überraschungsmannschaft aus Hanau (12:14 Punkte), die aber auch noch nicht durchatmen kann - „Rossi“ & Co. haben den Klassenverbleib noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Wer im Mittelfeld nämlich patzt, rutscht postwendend wieder in die Abstiegszone hinein, wer dagegen unten zweimal in Folge punktet, kann binnen weniger Tage um vier oder mehr Plätze nach oben wandern. Ein mehr als aufregender Abstiegskampf, der dadurch noch an Brisanz gewinnt, dass erstmals seit Jahren zwei Topteams der 2. Ligen - Herne und Gräfelfing - unbedingten Aufstiegswillen signalisiert haben und folglich diesmal kein Kellerkind auf einen Klassenverbleib mit blauem Auge am grünen Tisch spekulieren darf. Brutale Tage der Wahrheit stehen also bevor, zwei erstligataugliche Teams - in dieser extrem ausgeglichenen DTTL kann man keiner Mannschaft guten Gewissens das Bundesliganiveau absprechen - wird es wohl erwischen. Es würde nicht verwundern, wenn der Abstiegskampf erst am 18. Spieltag entschieden würde, an dem Frickenhausen in Fulda, Hanau in Saarbrücken und Plüderhausen in Düsseldorf anzutreten haben, während sich mit Bremen und Jülich zwei direkte Konkurrenten gegenüberstehen.

Beginnend mit der Partie zwischen Düsseldorf und Hanau am kommenden Dienstag, der DTTL-Feuertaufe des erheblich modernisierten, neu benannten ARAG CenterCourts im Düsseldorfer Tischtennis-Zentrum, stehen innerhalb von zweieinhalb Wochen nicht weniger als 21 DTTL-Partien an - manche Klubs haben noch fünf Ligaspiele in dieser kurzen Zeitspanne vor der Brust. Und 17-mal ist Bundesliga angesagt zwischen dem 2. und dem 11. April - der helle Wahnsinn, brisant ohne Ende, nerven- und kräftezehrend bis zum Showdown. Den Fans von Europas stärkster Liga wird fraglos eine Menge geboten.

Aber es ist nicht nur die Liga, die gnadenlos ihren Tribut fordert: Vier deutsche Mannschaften stehen in den Halbfinals der europäischen Wettbewerbe und kämpfen ab Ende März um den Einzug in die Endspiele. So muss Königsklassen-Titelverteidiger Düsseldorf am 26.03. bei den überraschend starken Italienern von Sterilgarda Castelgoffredo zum Halbfinalhinspiel antreten, während der letztjährige Finalist aus Ochsenhausen sein Knallerspiel gegen Charleroi tags darauf im heimischen Biberach austrägt - die Rückspiele stehen einen Monat später, also auch noch im „heißen“ April auf dem Programm.

Im ETTU-Cup - landläufig auch gerne als Europapokal bezeichnet - stehen Hanau und Fulda in der Runde der besten Vier und treffen dort direkt aufeinander, so dass ein DTTL-Klub zwingend die Endspiele erreichen wird. Am 28. März kommt es in der Brüder-Grimm-Stadt zum ersten von drei Hessenderbys binnen vier Wochen - beide Kontrahenten duellieren sich nicht nur zweimal im Europacup, sondern am 9. April auch noch in der Liga.

Man darf gespannt sein, was der stürmische DTTL-Frühling in den kommenden dreieinhalb Wochen bringen wird - es wäre fast schon sensationell, wenn er nicht noch einige faustdicke Überraschungen bereithielte.

DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher