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Hanaus Taiwanese Chiang Hung-Chieh besiegte Kenji Matsudaira und Patrick Baum beim 3:1 der TGH gegen Grenzau (Foto: Roscher).TTC indeland Jülich - SV Plüderhausen 3:0
Dass sich die Jülicher längst noch nicht aufgegeben haben und alles daransetzen, den sportlichen Klassenerhalt zu schaffen, demonstrierten sie eindrucksvoll gegen den SV Plüderhausen. Jülich führte zur Pause mit 2:0 durch Siege von Yang Zi (3:0 gegen Paul Drinkhall) und Filip Szymanski, der Aleksandar Karakasevic völlig überraschend in vier Sätzen bezwang. Und dann der Nachschlag: Marcos Freitas ließ sich gegen den Ex-Jülicher Jakub Kosowski die Butter nicht vom Brot nehmen (12:10, 7:11, 9:11, 11:2, 11:8) und "tütete" den Überraschungserfolg der Herzogstädter ein.
Jülichs Trainer Johannes Dimmig: "Das war allererste Sahne, die wir unseren Zuschauern bieten konnten. Der Sieg von Filip gegen Kara wird vielen in Erinnerung bleiben.Yang hat sein normales Programm gegen Paul vollzogen und mit der 2:0-Führung im Rücken war Marcos von Jakub nicht zu stoppen. Das letzte Match war von tollen Ballwechseln geprägt. Wir machen einen guten Job mit unseren geringen Mitteln und werden in den nächsten drei Endspielen weiterhin alles geben. Jülich lebt!"
TTF LIEBHERR Ochsenhausen - 1. FC Saarbrücken 3:0
Ochsenhausen legte vor gut 900 Zuschauern in Biberach, die für einen tollen Stimmungspegel in der Halle sorgten, los wie die Feuerwehr: Chuang Chih-Yuan schlug Leung Chu Yan 3:0, Adrian Crisan nahm die Steilvorlage des Taiwanesen an und besiegte Andrej Gacina mit 3:1 zum 2:0-Pausenstand für die Oberschwaben im Duell der Play-Off-Aspiranten.Tiago Apolonia bewies anschließend eindrucksvoll, dass er sein kleines Zwischentief überwunden hat: Gegen Bojan Tokic überzeugte der Portugiese bei seinem Viersatzsieg auf ganzer Linie. Nach knapp zwei Stunden hatte Ochsenhausen einen wichtigen Schritt in Richtung der Play-Offs gemacht. Auch die Saarländer haben nach wie vor alle Chancen auf die Halbfinalrunde.
TTF-Präsident Rainer Ihle: „Das war ein Tischtennis-Festtag in einer vollen Halle. Mit uns muss man in dieser Verfassung wieder rechnen." Trainer Anders Johansson: "Wir haben Saarbrücken nicht zur Entfaltung kommen lassen und taktisch sehr diszipliniert gespielt." Saarbrückens Trainer Matthias Landfried: „Ochsenhausen war heute einfach besser. Das muss man so akzeptieren. Wir freuen uns jetzt auf vier Wochen Pause in der Liga."
TG 1837 Hanau - TTC Zugbrücke Grenzau 3:1
830 Zuschauer in der Main-Kinzig-Halle sahen ein spannendes, hochklassiges Bundesligaspiel. Chiang Hung-Chieh behielt in einem hoch dramatischen Match gegen den Japaner Kenji Matsudaira in vier Sätzen die Oberhand (11:9, 6:11, 11:6, 13:11). Und Steffen Mengel, der Riese aus dem Siegerland, schaffte es tatsächlich, gegen den Weltranglisteneinunddreißigsten Patrick Baum nachzulegen (11:8, 16:14, 11:7). Mengel ist in diesem Jahr in der DTTL noch ungeschlagen. Doch Grenzau fand zurück ins Match: Lucjan Blaszczyk schlug Jörg Roßkopf klar mit 11:5, 11:3, 11:7. Der überzeugende Chiang aber machte gegen Baum in vier Sätzen alles klar für die Brüder-Grimm-Städter, die nach knapp 200 Minuten jubeln durften.
Wie angekündigt, wurden auch die beiden TGH-Neuzugänge für die Saison 2010/11 offiziell bekannt gegeben: Aus Jülich kommt Yang Zi an die Kinzig, aus dem französischen Angers der "Hanauer Bub" Thomas Keinath. "Ich bin hier im Krankenhaus direkt um die Ecke geboren, lebe hier und sehe es als eine Frage der Ehre an, künftig für die TG Hanau zu spielen", sagte Keinath auf der Pressekonferenz nach der Begegnung. Der über die Saison hinaus gültige Vertrag des aktuell auf Weltranglistenposition 67 geführten 33-jährigen Rechtshänders in Angers hatte zuvor aufgelöst werden müssen, wozu zähe Verhandlungen der Vereine erforderlich waren.
Nachfolgend noch einige Stimmen zur Partie Hanau vs. Grenzau: TGH-Trainer Helmut Hampl: „Da ich diesmal nur drei spielfähige Akteure zur Verfügung hatte, musste natürlich alles passen – und das hat es dann auch.“ Steffen Mengel: „Das war erst mein zweiter Sieg gegen Patrick überhaupt. Ich weiß selbst nicht so genau, warum es zurzeit so gut für mich läuft. Jedenfalls trainiere ich sehr gut und fühle mich allgemein recht wohl. Außerdem glaube ich in jedem Match an meine Siegchance. Dazu kommt natürlich das tolle Publikum in Hanau, dass mich immer wieder nach vorne puscht.“ Grenzaus Trainer Michele Comparato: „Leider ist es uns nicht gelungen, jene Punkte zu holen, die wir eigentlich eingeplant hatten. Vorentscheidend war das Auftaktmatch, in dem man Kenji angemerkt hat, dass er noch etwas müde von der Pro Tour war. Die Play-Offs müssen wir jetzt wohl abhaken." Lucjan Blaszczyk: „Es ist natürlich schade, dass wir die wichtigen Punkte in Hanau liegengelassen haben. Ich selbst war heute richtig gut drauf und locker, obwohl mich mein kleiner, eine Woche alter Sohn derzeit nachts kaum zum Schlafen kommen lässt.“ Kenji Matsudaira: "Die erste Liga in Deutschland ist sehr stark, es macht aber auch sehr viel Freude, in der DTTL zu spielen. Meinen Bruder Kenta sehe ich häufig beim Training in Frickenhausen. Wir trainieren auch oft mit Bastian Steger."
TTC Frickenhausen - Borussia Düsseldorf 0:3
Der Rekordmeister marschierte mit Siebenmeilenstiefeln auf die Tabellenführung zu. Zur Pause führten die Rheinländer im Neuffener Tal vor der tollen Kulisse von 1.100 Zuschauern mit 2:0 - Trinko Keen hatte Kenta Matsudaira in fünf Sätzen geschlagen, Christian Süß durch ein lockeres 3:0 über Fabian Akerström nachgelegt. Seiya Kishikawa überzeugte anschließend auf ganzer Linie gegen Bastian Steger und machte durch sein 11:3, 11:7, 11:7 nach 90 Minuten alles klar für den neuen Spitzenreiter. Frickenhausen bleibt im Jahr 2010 weiterhin ohne Erfolgserlebnis und steckt mitten im Abstiegskampf.
Ernüchtert reagierten die Frickenhausener "Macher" weniger auf die Niederlage an sich, sondern in erster Linie auf die Deutlichkeit, in der sie zustande kam. Manager Jürgen Veith: „Ich bin total enttäuscht. Mir fehlen die Worte. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll“. Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann: "Ich weiß nicht mehr, wo wir noch zwei Punkte holen sollen.“
Anders natürlich die Düsseldorfer, deren Stimmung naturgemäß im positiven Bereich angesiedelt war. Manager Andreas Preuß war rundum zufrieden, lobte aber ganz besonders die überzeugende Vorstellung von Seiya Kishikawa: "Das war eine richtig gute Leistung von Kishi, er hat Bastian regelrecht vorgeführt. Dabei war Steger gar nicht so schlecht."
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher