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Tomas Pavelka will mit seinen Grenzauern die Revanche für die Hinspielschlappe gegen Hanau (Foto: Roscher).Samstag, 19:00 Uhr: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – SV Werder Bremen
Auf dem Papier scheint es eine klare Angelegenheit zu sein, aber eben nur auf dem Papier. Ligaprimus Maberzell und die Norddeutschen trennen acht Tabellenplätze und 14 Pluspunkte. Fulda muss gewinnen, um weiter Höhenluft atmen zu dürfen und die Poleposition zu verteidigen, Bremen möchte sich teuer verkaufen und würde sich über zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gewiss nicht beschweren. Aussichtslos ist dieses Unterfangen sicher nicht, wenngleich sich auch für die Norddeutschen – wie für sämtliche Klubs der Liga – die Frage stellt, wer es schaffen könnte, den Abwehrriegel des grandiosen Wang Xi zu knacken.
Der Chinese war schon im Hinspiel im Oktober 2009 Vater des Fuldaer 3:1-Sieges, als er Lars Hielscher und Taku Takakiwa das Nachsehen gab. Für den dritten Zähler sorgte damals Robert Svensson gegen Takakiwa. Jens Lundquist hatte Jan-Ove Waldner knapp geschlagen und den einzigen Werder-Punkt erkämpft. Nach dem unglücklichen 2:3 gegen Grenzau vor 14 Tagen und der kleinen Hanauer Siegeserie ist der Druck auf die Tamas-Truppe wieder gewachsen, die von der spielerischen Substanz her sicher besser ist als ihr gegenwärtiger Tabellenplatz und wohl auch den starken Osthessen keinen lockeren Samstagsspaziergang ermöglichen wird.
Deren Vizepräsident Claus-Dieter Schad äußert sich auch recht zurückhaltend: „Gegen Werder Bremen erwartet uns eine extrem schwere Aufgabe. Zum einen haben wir uns gegen die Bremer immer schon schwer getan, zum anderen muss Werder unbedingt punkten, um das Abstiegsgespenst ein klein wenig zu verscheuchen. Unser Gegner wird deshalb mehr als hoch motiviert an den Tisch gehen.“ Andererseits ist Schad auch nicht übermäßig pessimistisch: „Natürlich vertrauen wir wieder auf die Zuverlässigkeit eines Wang Xi mit einer beinahe schon beängstigenden 22:3 Bilanz in der DTTL. Den dritten Punkt müssen dann unsere beiden Schweden oder das Doppel beisteuern. Er wird in jedem Fall hoch spannend und ein Leckerbissen für die Fuldaer Fans werden.“
Werder-Trainer Cristian Tamas fährt nicht ohne Optimismus nach Fulda: "Die Mannschaft hat in den letzten Spielen sehr, sehr gut gespielt, selbst bei der Niederlage gegen Grenzau. Wenn wir so weiterspielen, bin ich überzeugt, dass wir die zum Klassenerhalt nötigen Punkte holen werden. Wichtig ist nur, dass das Niveau gehalten wird. Wir rechnen uns in jedem Spiel etwas aus, also auch in Fulda. Auch wenn Fulda mit dem in dieser Saison überragenden Wang Xi Favorit ist, reisen wir dorthin, um das Spiel zu gewinnen."
Sonntag, 15:00 Uhr: TTC indeland Jülich – SV Plüderhausen
Dass Jülich sich in den Abstiegsregionen tummeln würde, hat wohl jeder erwartet. Dennoch hat die Mannschaft besonders seit dem Jahreswechsel durchaus überzeugt – zwei Siege und zwei Niederlagen sind keine üble Ausbeute – und kann auch noch den sportlichen Klassenerhalt schaffen. Dazu wäre aber ein Sieg gegen die Schwaben, für die es in dieser Saison ganz und gar nicht nach Maß läuft, von großem Vorteil, ja praktisch unabdingbar. Danach bleiben den Herzogstädtern nur noch drei Partien, um Punkte einzusammeln – das könnte arg eng werden.
Der SVP kämpft um den Klassenerhalt – das hatten nicht allzu viele Experten vor der Saison vermutet. Mit 10:16 Zählern steht man gegenwärtig auf Platz sieben und hat rein gar nichts zu verschenken. Auch ohne Jörgen Persson, der wohl auch in Jülich fehlen wird, haben Karakasevic & Co. im Januar und Februar einige gute Spiele abgeliefert. Zuletzt ging das Schwabenderby gegen Ochsenhausen unglücklich mit 2:3 verloren.
Jülichs Trainer Johannes Dimmig macht klare Ansagen: „Wir müssen gewinnen, um unsere Chance auf den sportlichen Klassenerhalt zu wahren. Ich weiß natürlich noch nicht, in welcher Verfassung Yang Zi und Marcos Freitas von den Pro-Tour-Turnieren am Persischen Golf zurückkehren. Im Hinspiel gab es mit einem 0:3 unsere einzige richtig klare Niederlage. Sowas soll uns nicht wieder passieren. Ich erhoffe mir einen Sieg, zumal Yang und Freitas seit Monaten in guter Form sind.“
SVP-Sportkoordinator Ulrich Engele macht deutlich, dass man sich von höheren Zielen längst verabschiedet hat: „Ja, es ist ein Schlüsselspiel und zwar im Abstiegskampf. An die Play-Offs verschwenden wir keinen Gedanken mehr nach den letzten beiden blöden Niederlagen. Am Sonntag geht es darum, dass wir uns mit einem Sieg etwas mehr aus der Abstiegszone entfernen, so dass wir von den letzten vier Spielen dann wohl nur noch eines gewinnen müssten, um den Klassenerhalt zu packen. Voraussichtlich wird Persson auch am Sonntag nicht spielen.“
Sonntag, 15:00 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken
Im Hinspiel, das nach hartem Kampf von Chuang & Co. mit 3:2 gewonnen wurde, zeigten die Oberschwaben ihre wohl beste bisherige Saisonleistung in der Liga. Zuletzt war der Vizemeister der Saison 2008/09 auch in der DTTL wieder auf dem aufsteigenden Ast und schob sich auf den vierten Tabellenplatz vor, der ja gleichbedeutend mit der Play-Off-Fahrkarte wäre. Manche trauen den TTF angesichts der Qualität des Kaders sogar eine furiose Rückrunden-Aufholjagd zu, die sie sogar noch auf den dritten Platz führen könnte. Dort stehen gegenwärtig aber die starken Saarländer mit vier Pluspunkten mehr auf dem Konto, die zuletzt Rekordmeister Düsseldorf und Ex-Meister Frickenhausen besiegten.
Sollte die Landfried-Truppe auch in Biberach erfolgreich sein, dürfte ihr Rang drei kaum mehr zu nehmen sein. Dies wollen die Gastgeber unbedingt verhindern, die dieses eminent wichtige Duell zweier lupenreiner Play-Off-Aspiranten möglicherweise mit dem zuletzt überzeugenden Pär Gerell bestreiten werden. Die Partie ist eingebettet in das Finale der EnBW-Regiotour 2010. Dort werden bereits im fünften Jahr die Sieger aus den größten Talenten Oberschwabens ermittelt.
TTF-Chef Rainer Ihle zeigt Respekt vor den Saarländern: „Das ist der beste Aufsteiger seit Jahren und reif für die Play-Offs.“ Auch Trainer Anders Johansson ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst: „Wir müssen gegen Saarbrücken eine Top-Leistung abrufen, ähnlich wie beim Hinspiel gegen Hennebont.“ Kampfbereit und entschlossen zeigt sich Generalmanager Kristijan Pejinovic: „Wir wollen das Spiel am kommenden Sonntag gewinnen und unser "Polster" gegenüber den anderen Teams ausbauen. In der Rückrunde heißt es für uns: Keine Punkte vergeben! Wir müssen unsere Position jetzt festigen. Unsere Jungs sind sehr konzentriert und fokussiert auf das Spiel und werden 100 Prozent geben!“
Saarbrückens Trainer Matthias Landfried analysiert die Konstellationen und ist sich sicher, dass Ochsenhausen schwer im Kommen ist: „Das wird ein wichtiges Spiel für beide Teams, leicht favorisiert, nicht nur durch den Heimvorteil, ist Ochsenhausen. Ochsenhausen hatte vor allem am Ende der Vorrunde etwas geschwächelt und war in der Vorrundentabelle nur enttäuschender Sechster. Aber in der Rückrunde präsentieren sie sich in toller Form, haben sich vorgearbeitet auf Platz vier und stehen als Vorjahresfinalist nun auch schon wieder im Champions-League-Halbfinale. Ich lege mich fest: Wenn wir gewinnen, dann können wir für die Play-Offs planen. Verlieren wir, haben wir immer noch sehr gute Play-Off-Chancen, aber eben noch keine Planungssicherheit."
Sonntag, 16:00 Uhr: TG 1837 Hanau – TTC Zugbrücke Grenzau
Drei Siege und nur eine Niederlage im Jahr 2010: Das klingt eher wie die Bilanz eines Play-Off-Anwärters und nicht wie die Ausbeute eines Abstiegskandidaten. Dennoch müssen die Brüder-Grimm-Städter, die – wie man hört – in der kommenden Saison eine sehr starke Mannschaft ins Rennen schicken wollen, nach wie vor um den Klassenverbleib zittern und benötigen weitere Zähler, um ihren beachtlichen derzeitigen sechsten Tabellenplatz zu verteidigen.
Am 3. Januar überzeugte man auf ganzer Linie beim 3:1 in der Zugbrückenhalle und läutete mit diesem Überraschungssieg die furiose Aufholjagd ein. Dass dieser Erfolg beileibe keine Eintagsfliege war, demonstrierten der wieder erstarkte Jörg Roßkopf und seine Mitstreiter auch bei ihren letzten Siegen in Frickenhausen und Jülich sowie beim sensationellen Einzug ins ETTU-Cup-Semifinale. Neben „Rossi“ glänzte auch der Siegerländer „Riese“ Steffen Mengel in den letzten Wochen, der dreimal in Folge in der DTTL und gar achtmal im ETTU-Cup als Sieger vom Tisch ging.
Da die Hanauer Youngster Patrick Franziska, Ruwen Filus und Steffen Mengel am Persischen Golf bei den Qatar- und Kuwait-Open das volle Programm absolvieren, wird man abwarten müssen, in welcher Verfassung sie ins Rhein-Main-Gebiet zurückkehren. In Kuwait City machte der 17-jährige Franziska am Mittwoch durch einen Sieg gegen den hoch eingeschätzten Südkoreaner Seo Hyun Deok von sich reden. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des im Hinspiel bärenstarken Chiang Hung-Chieh, der wegen muskulärer Probleme zuletzt pausierte. Chiang wird allerdings anreisen – in Hanau hofft man darauf, dass der Taiwanese an seine meist guten Leistungen in der DTTL anknüpfen kann.
Gegner Grenzau schien sich nach einer unfassbaren Misserfolgsserie nach dem Hanau-Hinspiel schon meilenweit von den Play-Off-Regionen entfernt zu haben, ist aber auf einmal durch den 3:2-Sieg in Bremen wieder im Rennen und muss bei der TGH gewinnen, um die Chance nicht gleich wieder zu verspielen. Zudem brennt man im Westerwald auf Revanche für das Hinspiel, in dem man sich unter Wert verkaufte und mit dem der wochenlange Durchhänger begann. Möglicherweise kommt erneut Kenji Matsudaira zum Einsatz, der seine Bundesligatauglichkeit längst unter Beweis gestellt hat und mit einer 4:1-Bilanz derzeit einer der Grenzauer Aktivposten ist. Es könnte einmal mehr richtig spannend werden in der Main-Kinzig-Halle.
Hanaus Manager Johannes Herrmann geht von einer richtungsweisenden Partie aus: „Wir haben ein ganz wichtiges Spiel vor uns. Gegen Grenzau kann man sicherlich von einem ersten Matchball sprechen. Sollten wir als Sieger vom Tisch gehen, sollte der Nichtabstieg unter Dach und Fach sein. Ich gehe davon aus, dass unsere Spieler trotz der Strapazen hochmotiviert und konzentriert an den Tisch gehen werden. Chiang wird Mittwoch in Deutschland erwartet, wir müssen mal schauen, wie es um ihn steht. Ich gehe aber davon aus, dass er am Sonntag spielen kann.“ Für Fans und Journalisten hält Herrmann noch einen Appetithappen bereit: „Wir werden unseren neuen Kader am Sonntag vorstellen. Ein neuer Spieler wird dabei live vor Ort sein.“
Grenzaus Chef Manfred Gstettner will die beiden Zähler und zeigt sich optimistisch: „Nach dem Sieg in Bremen wollen wir jetzt auch unbedingt in Hanau die Punkte holen und uns in Richtung Play-Offs bewegen. Wir haben alle Mann an Bord, auch Kenji Matsudaira. Lucjan Blaszczyk kann, nachdem er dieser Tage stolzer Vater eines kräftigen Sohnes geworden ist, locker aufspielen. Ein spannender, harter Kampf ist zu erwarten.“ Coach Michele Comparato ergänzt: „Die Mannschaft brennt darauf, die Hinspiel-Niederlage wieder gutzumachen, da wir dort unsere schlechteste Saisonleistung abgeliefert hatten. Je nachdem wie fit unsere Spieler von ihren Pro-Tour Einsätzen wiederkommen, wird über die Aufstellung entschieden. Falls wir dieses Jahr im Kampf um die Play-Off-Plätze noch mitreden wollen, ist ein Sieg in Hanau ein Muss.“
Sonntag, 16:30 Uhr: TTC Frickenhausen – Borussia Düsseldorf
Auch hier könnte man auf den ersten Blick meinen, dass der Rekordchampion, der doppelt so viele Pluspunkte wie der Meister von 2006 und 2007 aufweist, vor einer lockeren Pflichtübung steht. Doch dem ist nicht so. Die Borussia tritt ohne Ausnahmespieler Timo Boll im „Ländle“ an und wurde in der Besetzung Süß, Kishikawa, Keen zuletzt von Saarbrücken geschlagen nach Hause geschickt, ist also keineswegs unverwundbar. Und ein Bastian Steger in Topform könnte durchaus für zwei Siege gut sein.
Andererseits ist der „Tälesklub“ im neuen Jahr noch ohne jedes Erfolgserlebnis und muss inzwischen sogar um den Klassenerhalt bangen. In Saarbrücken allerdings leisteten die Schwaben reichlich Widerstand und unterlagen denkbar knapp, zumal ein stark verbesserter Fabian Akerström Leung Chu Yan fast schon besiegt hatte und lediglich den sprichwörtlichen Sack zuzumachen vergaß. Die Borussia fährt fraglos leicht favorisiert ins Neuffener Tal, muss aber auf der Hut sein, um keine unliebsame Überraschung zu erleben.
TTC-Trainer Jian Xin Qiu sieht seine Truppe nicht chancenlos: „Wir haben bereits gegen Saarbrücken sehr gut gespielt und knapp verloren. Wir werden auch am Sonntag wieder alles geben und kämpfen bis zum Schluss. Vielleicht gelingt ja dann die Überraschung“. Fabian Akerström ist top motiviert: „Natürlich ist es gegen Düsseldorf immer schwer zu gewinnen, aber wir haben gegen jede Mannschaft eine Chance. Ich habe gegen Saarbrücken gut gespielt und nur unglücklich verloren. Ich hoffe, dass mir diesmal ein Sieg gelingt."
Borussia-Manager Andreas Preuß rechnet mit einer ganz engen Kiste: „Wir wollen die Tabellenführung und die Vorrunde als Erster beenden. Spiele in Frickenhausen waren in den letzten Jahren immer etwas Besonderes. Christian und Trinko bereiten sich in dieser Woche in Düsseldorf auf das Spiel vor, Kishi kommt am Sonntag direkt mit Matsudeira nach Frickenhausen. Es wird sicher ein heißes Spiel, beide Mannschaften brauchen die Punkte, ich rechne mit einem knappen Spielausgang.“ Trainer Dirk Wagner ergänzt: „Ein Sieg in einem Ligaspiel ist in Düsseldorf immer Pflicht. Mit der Favoritenrolle sind wir bisher gut zurechtgekommen. Ich denke unsere Spieler wissen wie immer ihre Gegner, hier Steger, Matsudaira und Akerström, gut einzuschätzen. Frickenhausen ist immer ein unangenehmer Gegner. Der Tabellenstand spricht nicht unbedingt eine klare Sprache. An einem guten Tag können Steger/Matsudaira gegen jede Mannschaft auch zu zweit gewinnen. Wir gehen motiviert und konzentriert ins Spiel, werden auch am Abend zuvor anreisen und sind optimistisch.“ Zu seinen Spielern bemerkt der Tischtennislehrer, der im Sommer an die Werner-Schlager-Akademie wechseln wird: "Christian ist schon aus Qatar zurückgekommen. Er wird sich in Ruhe auf die nächsten Aufgaben vorbereiten. Kishi hat seine Verletzung an der Schlaghand noch nicht ganz auskuriert. Sie macht ihm aber schon wesentlich weniger zu schaffen. Leider hat er aber momentan eine Erkältung und wir müssen schauen, in welchem Zustand er zurückkommt."
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher