3:0 an der Weser - Saarbrücken unterstreicht Play-Off-Ambitionen
Saarbrückens Kroate Andrej Gacina steuerte den wichtigen Zähler gegen Lars Hielscher zum Sieg seines Teams bei (Foto: Roscher).
SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken 0:3
Die meisten Experten hatten mit einer ganz engen Partie gerechnet, nachdem Werder gegen Ende der Vorrunde endlich gezeigt hatte, welches Potenzial vorhanden ist. Aber es kam anders, die Saarbrücker kamen nach der auch für sie langen Pause wesentlich besser aus den Startlöchern und dominierten - bis auf das dramatische letzte Match - recht deutlich. Der vorzüglich besetzte Aufsteiger zeigte bei seinem vierten Sieg in Folge eindrucksvoll, warum er in Europas stärkster Liga derzeit hartnäckigster Verfolger von Fulda und Düsseldorf ist. Lediglich vier Satzgewinne waren den Norddeutschen vergönnt.
Zur Pause lagen die Saarländer nach Viersatzsiegen von Bojan Tokic gegen Jens Lundquist und Andrej Gacina gegen Lars Hielscher - jeweils nach verlorenem ersten Durchgang - mit 2:0 in Front. Im dritten Einzel könnte Leung Chu Yan gegen Taku Takakiwa bereits alles klarmachen für den Play-Off-Anwärter. Und der Penholder-Spieler aus Hongkong schaffte es tatsächlich, gegen den 1,68 Meter großen Japaner im spannendsten Match des Abends den Sieg des 1.FCS „einzutüten“. Allerdings war es ein echter Krimi zwischen den beiden Asiaten. 9:11, 11:8, 9:11, 11:9 und 11:8 hieß es am Ende aus Sicht Leungs. Im Entscheidungssatz schien sich Takakiwa mit einer 8:2-Führung im Rücken bereits auf der Siegesstraße zu befinden, doch plötzlich kippte die Partie und dem Shakehand-Spieler aus Japan gelang kein einziger Punkt mehr.
Werders Teamchef Sascha Greber erkannte die Klasse des Gegners neidlos an: „Die ersten beiden Spiele gingen verdient an die Saarbrücker, sie befinden sich zu Recht in der Spitzengruppe der DTTL.“ Überaus zufrieden zeigte sich verständlicherweise Saarbrückens Coach Matthias Landfried: „Das Spiel gegen Bremen war für uns von herausragender Bedeutung, weil wir uns durch diesen Sieg mit einem sehr guten Spielverhältnis unseren 3.Tabellenplatz untermauern konnten und uns auch ein bisschen Luft nach unten und gegenüber den Verfolgern verschaffen konnten.“ Die „bissige“ Einstellung der Saarländer war aus Landfrieds Sicht ein spielentscheidender Faktor: „Wir waren aus meiner Sicht einfach einen Tick siegeshungriger und sind hochkonzentriert zu Werke gegangen. Ein Schlüsselspiel gab es heute nicht, alle drei Einzel waren gleichermaßen wichtig.“ Die mentale und taktische Stärke seiner Spieler beeindruckte den Tischtennislehrer: „Es gab diese Saison auch schon das ein oder andere Spiel, wo ich meinen Jungs überspitzt gesagt habe, dass das heute nicht viel mit Taktik zu tun hat, sondern reine Kopfsache ist. Das war heute anders, der Kopf war bei allen Spielern voll da und in jedem Spiel wurde sich der Sieg durch die richtige Spieltaktik erarbeitet.“ Der 1.FCS-Coach sieht seine Truppe auf einem erfolgversprechenden Weg: „Das Klima in der Mannschaft ist sehr gut und jeder bringt sich ein. Wenn wir so weiter machen und nicht einbrechen, dann hätten wir uns einen Play-Off-Platz verdient. Aber bis dahin ist es noch ein langer, harter Weg.“
Am 29. Januar bietet sich den Saarländern die Gelegenheit, in heimischer Halle mit dem zuletzt angeschlagenen TTC Zugbrücke Grenzau einen Play-Off-Rivalen noch weiter zu distanzieren. Am 31. kommt es dann bereits zum Topspiel der Liga, wenn Tokic & Co. bei Spitzenreiter Fulda-Maberzell anzutreten haben. Am selben Tag macht der SV Werder seine Aufwartung in Hanau - ein brisanter "Abstiegsgipfel" beim nach Pluspunkten gleichauf liegenden Achten des Klassements. In der Vorrunde setzten sich die Hessen überraschend mit 3:1 durch.
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DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher